„Fluchtwege in alle Richtungen“

Menschenmassen auf dem Weg zum Ärzte-Konzert vor zwei Jahren – zum Open Air 2010 in Uelzen werden nur etwa halb so viele Besucher auf dem Albrecht-Thaer-Gelände erwartet.Archivfoto: Mahler

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Das letzte Wort hat der Mann vom TÜV. Wenn alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, wenn die Bühne steht und die Notausgänge überprüft sind, dann nimmt er wenige Stunden vor dem Großereignis das Albrecht-Thaer-Gelände genauestens unter die Lupe, wo am 14. August Die Fantastischen Vier, Ich&Ich, Culcha Candela und weitere Stars auftreten sollen. „Nur wenn der TÜV grünes Licht gibt, kann die Veranstaltung wie geplant ablaufen“, betont Wilfried Gade, stellvertretender Ordnungsamtsleiter bei der Stadt Uelzen.

Das endgültige OK allerdings gilt als sicher. Schließlich setzen Stadt und Veranstalter gemeinsam mit Feuerwehr und Rettungsdienst auf ein Sicherheitskonzept, dass sich in den vergangenen Jahren bewährt habe, ständig verfeinert wurde und das seinen Härtetest eigentlich schon vor zwei Jahren bestand, als über 30 000 Menschen zum Ärzte-Open-Air nach Uelzen strömten.

Vergangenes Jahr waren es beim Open Air dann noch etwa halb so viele Besucher, höchstens dieselbe Zahl erwartet man in knapp drei Wochen.

„Die Situation auf dem Albrecht-Thaer-Gelände und auf den Zufahrtsstrecken ist mit der bei der Loveparade in Duisburg nicht vergleichbar“, sagt Ralf Munstermann, Leiter des Streifendienstes bei der Polizei Uelzen. „Bei uns gibt es keine Kanalisierung der Besucherströme wie in Duisburg, die Menschen können sich im Notfall immer in verschiedene Richtungen fortbewegen.“

Zwar gebe es am Bohldamm und an der Bahnhofstraße ebenfalls Tunnel, durch die die Masse der Besucher käme, „doch die stehen nicht im Stau, können notfalls immer weiter geradeaus gehen anstatt aufs Veranstaltungsgelände abzubiegen“.

Und auch Aspekte wie eine Panik auf dem Festgelände selbst habe man intensiv diskutiert und in das Sicherheitskonzept einfließen lassen, berichtet Munstermann: „Wir haben ausreichend Notausgänge, so dass im Notfall alle Besucher schnell das Gelände verlassen können“, betont der Erste Polizeihauptkommissar. Es gebe viele Zufluchtsorte, wie den angrenzenden ehemaligen Güterbahnhof, „allein dort wäre als Ausweichfläche genug Platz für alle Besucher“. Und auch beim Ende der Veranstaltung habe es vor einem Jahr überhaupt keine Probleme gegeben, „innerhalb von 30 Minuten war die Verkehrssituation wieder entspannt“.

Für Ordnung am und auf dem Gelände werden zum einen private Sicherheitsdienste sorgen, doch auch die Polizei ist natürlich stets präsent: „Wir werden gewährleisten, dass der Verkehr fließt und bei Straftaten Anzeigen aufnehmen“, kündigt Munstermann an. Außerdem werde es wieder verdeckt Jugendschutzkontrollen geben, „aber da war in den Vorjahren nichts zu beanstanden“, betont der Leiter des Streifendienstes.

Auch das städtische Ordnungsamt wird ständig vor Ort sein, um bei Bedarf Maßnahmen zu veranlassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare