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Florian Semmler aus Uelzen war mit der Grünen Jugend in Lützerath – und heute wieder

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Von: Theresa Brand

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Mitglieder der Grünen Jugend Niedersachsen in Lützerath
Mitglieder der Grünen Jugend Niedersachsen waren in Lützerath, um gegen den Abriss des Dorfes zu protestieren. © Privat

Florian Semmler aus Uelzen war in Lützerath, um gegen den Abriss des Dorfes zu protestieren. Heute wird er sich mit anderen Demonstranten wieder auf den Weg machen.

Uelzen – Am Rand des Dorfes Lützerath breitet sich eine gigantische Fläche aus, auf der Bagger rund um die Uhr Braunkohle abbauen. Seit Tagen gehen die Bilder des Tagebaus durch die Medien. „Ich war das erste Mal da, und es war wirklich dystopisch“, sagt Florian Semmler aus Uelzen nachdrücklich. Er war am vergangenen Wochenende als Mitglied der Grünen Jugend Uelzen in Lützerath, um dort an den Demonstrationen gegen den Abriss des Dorfes teilzunehmen.

Flagge zeigen für den Klimaschutz

Am heutigen Sonnabend wird Florian Semmler sich wieder mit der Bahn auf den Weg machen, gemeinsam mit anderen Demonstranten, um bei der großen Kundgebung vor Ort dabei zu sein. Auch der Landtagsabgeordnete der Grünen, Pascal Leddin, wird mit nach Lützerath fahren.

„Wir werden dort Flagge zeigen“, erklärt Florian Semmler. Denn auch wenn die Grünen in Nordrhein-Westfalen dem Abriss des Dorfes zugestimmt und so dem Konzern RWE den Abbau der dort liegenden Braunkohle erlaubt haben, stellt sich die Grüne Jugend klar hinter die Klimabewegung. „Wir haben keine Scheu, uns zu positionieren, unabhängig von Robert Habeck und Mona Neubaur“, betont der Uelzener in Hinblick auf die Grünen-Politiker.

Für ihn ist Lützerath nicht nur ein Symbol. Es gehe hier nicht einfach um die Häuser, sondern um die Kohle, die RWE verfeuern will. Denn dadurch würden die Klimaziele der Bundesrepublik nicht mehr zu erreichen sein. Florian Semmler erzählt von seinem Besuch an der Abbruchkante: „Dieses Loch steht für unglaublich viel CO2-Emission. Und gleichzeitig sind da Polizisten in monströsen Massen, um notfalls mit Gewalt das Dorf zu räumen.“ Den Protest hat er als friedfertig wahrgenommen: „Da waren Tausende von Leuten, auch Familien, es war superfriedlich.“ Von rigorosem Eingreifen vonseiten der Polizei hat er nur von anderen Teilnehmern gehört.

Von der heutigen Großdemonstration erhofft er sich, die Klimabewegung weiter unterstützen zu können. „Ziel muss sein, die Räumung zu verhindern“, meint Florian Semmler. „Wie lange das geht, hängt davon ab, wie viele wir sind – und wie sich die Polizei verhält.“ Um konkrete Hilfe zu leisten, will er im Camp der Aktivisten zur Hand gehen, damit sich die Menschen dort so lange wie möglich wehren können. Nachdrücklich erklärt er: „Wir kämpfen weiter.“

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