Brandstiftung: 23 Bewohner am Eschenkamp entgehen knapp einer Katastrophe

Flammen an der Gasleitung

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Die Müllsammelstelle am Haus an der Heinz-Lücke-Straße am nächsten Morgen: Auch sie hatte der Täter angesteckt.

Uelzen. 23 Bewohner eines Acht-Familienhauses am Uelzener Eschenkamp sind in der Nacht zu Sonntag nur knapp einer Katastrophe entgangen: Unbekannte Brandstifter haben im Keller ein Sofa unter die zentrale Gasleitung des Hauses geschoben und das Möbelstück dann angezündet.

Die Feuerwehr konnte das Haus rechtzeitig evakuieren und die Flammen vor einer drohenden Explosion löschen.

Die Einsatzkräfte waren in kürzester Zeit vor Ort, weil sie sich nach zwei vorausgegangenen Feuern am selben Gebäude noch im Gerätehaus aufhielten. „Wären wir später gekommen, hätte das hier der Super-Gau werden können“, erklärte Einsatzleiter Thomas Nörenberg. Das Acht-Familienhaus ist durch Rauch und Ruß unbewohnbar, die 23 Anlieger konnten bei anderen Familienmitglieder und Bekannten unterkommen.

Die Brandserie an der Heinz-Lücke-Straße begann um 1.17 Uhr. Neben dem Mehrfamilienhaus ging ein Altpapier-Container in Flammen auf. Anlieger zogen den brennenden Behälter vom Haus weg auf die Straße, die Feuerwehr löschte ihn wenig später.

Überbleibsel einer dramatischen Lösch-Aktion: Das verkohlte Sofa steht noch unter der Gasleitung im völlig verrußten Keller des Acht-Familienhauses an der Heinz-Lücke-Straße.

Um 2.30 Uhr dann der nächste Brand: Diesmal traf es die Müllsammelstelle am Haus, auf der die Mülltonnen stehen. Der als Sichtschutz fungierende Holzzaun brannte meterhoch, die Flammen züngelten bereits an der Hauswand herauf bis gegen das Dach. Der Feuerwehr gelang es mit Mühe, ein Übergreifen des Brandes auf das gesamte Gebäude zu verhindern. Um 4.47 Uhr der dritte Feueralarm dieser Nacht an der Heinz-Lücke-Straße. Wieder das Mehrfamilienhaus Nummer 4. Diesmal brannte der Kellerraum, durch den sämtliche Versorgungsleitungen laufen. „So ein Einsatz bedeutet für uns Alarmstufe 1“, so Nörenberg. Während die ersten Einsatzkräfte in den Keller vordrangen, holten andere die Bewohner aus den acht Wohnungen. Das Deutsche Rote Kreuz plante zunächst Zelte als nächtliches Behelfsquartier für die 23 Bewohner aufzustellen, alle konnten aber schließlich privat unterkommen. Die Kriminalpolizei fahndet nach dem Serienbrandstifter, Hinweise werden unter der Rufnummer (0581) 9300 entgegen genommen.

Zuvor hatte es am Sonnabend schon zwei weitere Brandstiftungen im Kreisgebiet gegeben, die Polizei sucht in diesem Zusammenhang zwei etwa 13 bis 15 Jahre alte Jungen. Sie sollen zunächst gegen 14 Uhr an der Bahnlinie nach Uelzen gezündelt und so einen Flächenbrand ausgelöst haben, den die Feuerwehr noch in der Entstehung löschen konnte.

Eine Stunde später dann sollen die beiden auf dem VSE-Gelände am Bahnhof brennendes Papier in die Klappe eines Silos der VSE gesteckt haben, auch hier musste die Feuerwehr Schlimmeres verhindern. Einer der beiden soll sehr kräftig und blond sein, er trug ein helles Kapuzenshirt.

Von Thomas Mitzlaff

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