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Stadt Uelzen plant Verbund für arbeitszeitgerechte Kinderbetreuung

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Die klassischen Betreuungszeiten in Kindertagesstätten reichen für viele Arbeitnehmer inzwischen nicht mehr aus – die Stadt Uelzen will jetzt mit interessierten Unternehmen einen Verbund für arbeitszeitgerechte Kinderbetreuung auf die Beine stellen.

ib Uelzen. Für viele Arbeitnehmer liegt die Kernzeit ihrer beruflichen Tätigkeit zwischen 9 und 17 Uhr. Angestellte im Gesundheits- und Pflegebereich, aber auch im Schichtdienst Tätige können darüber nur müde lächeln.

Nicht selten, dass sie schon vor 6 Uhr morgens ihre Arbeit beginnen und weit nach 18 Uhr erst in den Feierabend gehen können. Und nicht selten auch, dass für diese Berufstätigen die Betreuung ihrer Kinder ein großes Problem darstellt.

Das soll sich jetzt ändern: Die Stadt Uelzen bietet lokalen Unternehmen am Donnerstag, 10. September, um 10.30 Uhr eine Informationsveranstaltung zur arbeitszeitgerechten Kinderbetreuung in Uelzen an. Im VA-Saal des Rathauses sollen dann Möglichkeiten und die Konzeption eines gemeinsamen Verbunds für eine betrieblich unterstützte Kinderbetreuung beleuchtet werden.

„Die Stadt Uelzen hat der hohen Nachfrage nach erweiterten und damit arbeitszeitgerechteren Betreuungszeiten bereits Rechnung getragen“, sagt Petra Heinzel, Leiterin des Familienservicebüros. „Das Zeitfenster konnte von 7 bis 17.30 Uhr ausgeweitet werden.“ Doch trotzdem besteht bei vielen Unternehmen weiterer Bedarf.

Das Helios Klinikum Uelzen habe bereits 2010 Interesse angemeldet, da das Gesundheits- und Pflegepersonal in der Regel bereits um 6 Uhr den Dienst aufnehmen können müsse. Die Stadt Uelzen richtete daraufhin eine betrieblich unterstützte Kindertageseinrichtung mit Öffnungszeiten von 5.30 bis 18.30 Uhr ein. „Das Klinikum“, erklärt Petra Heinzel, „beteiligt sich an den Betriebskosten und erwirbt Belegrechte bei der Stadt für die eigenen Mitarbeiter.“

Uelzens Erster Stadtrat Dr. Florian Ebeling ist überzeugt davon, dass dieses Modell weiter Schule machen kann und sollte. „Belegrechte für einen Kita-Platz mit erweiterten Öffnungzeiten zu erwerben, könnte auch für kleinere und mittlere Unternehmen interessant sein“, sagt er. „Ohne organisatorischen Aufwand können sie einen entscheidenden Beitrag zur Familienfreundlichkeit ihres Betriebes leisten und haben im Wettbewerb um dringend benötigte Fachkräfte einen großen Vorteil.“

Gemeinsam mit interessierten Betrieben des Pflegenetzwerks wurden bereits erste Überlegungen angestellt, wie eine Verbundlösung realisiert werden könnte, um die finanzielle Beteiligung für einzelne Unternehmen zu begrenzen und gemeinsam bedarfsgerecht handeln zu könne. Nun will die Stadt herausfinden, ob sich weitere Unternehmen daran beteiligen möchten.

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