Finissage der Renate-Strasser-Ausstellung in der Uelzener Stadtbücherei

Liebe zu Umwelt und Natur

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Eberhard Hoehn (links) hatte die Ausstellung mit Werken seiner Tante Renate Strasser in der Stadtbücherei organisiert. Als Dank für seine maßgebliche Beteiligung an der Schau erhielt Horst Hoffmann ein Strasser-Originalbild.

Uelzen. Der 31. Januar wäre ihr 90. Geburtstag gewesen. Bis zu diesem Tag hatte Eberhard Hoehn die Ausstellung mit Bildern seiner Tante Renate Strasser in der Uelzener Stadtbücherei terminiert. Diese Ausstellung lief bereits seit dem 7.

Dezember vorigen Jahres und hat vielen Besuchern die Bilder Renate Strassers nahegebracht.

Auf einer Finissage, zu der Eberhard Hoehn jetzt öffentlich eingeladen hatte, stand natürlich sie, die am 18. Februar 2012 in Bielefeld verstorbene Renate Strasser. Etliche Jahre ihres Lebens hatte sie, Tochter des Uelzener Propstes Dr. Ernst Strasser, in Uelzen gelebt. Und so waren einige der Bilder, die ihr Neffe jetzt zeigte, Uelzen, St. Marien und der Propstei zuzuordnen.

Doch Renate Strasser hat sich über Uelzen hinaus einen Namen gemacht – viele Kirchen im norddeutschen Raum schmücken sich mit ihren Glasfenstern. Die bekanntesten sind in St. Marien und der Gertruden-Kapelle in Uelzen zu bewundern sowie in St. Johann in Lüneburg. Auch in den Gotteshäusern in Römstedt, Suhlendorf, Wrestedt und Stederdorf hinterließ sie kunstvolle Fenster. Besonders am Herzen lag ihr die Trinitatis-Gemeinde in Bielefeld, für deren Kirche sie 19 Glasfenster schuf.

Doch nicht nur Kirchenfenster zeugen von ihrer Schaffenskraft: Linolschnitte und -drucke waren ihr Medium nach „draußen“. Einige davon gab es in der Ausstellung zu sehen. In seiner Retrospektive zeigte Eberhard Hoehn weitere Bilder. Allen gemein ist eine große Liebe der Künstlerin zu ihrer Umwelt, zur Natur. Teilweise überzeichnend, einzelne Details überbetonend, dennoch immer von einer Freude am Entdecken getrieben, zeigen ihre Bilder eine Welt, wie sie sie gerne gehabt hätte.

Etwas, was angeblich von Pablo Picasso erfunden sein soll, was aber Renate Strasser zu ihrem „Markenzeichen“ machte, der „Verlorene Linolschnitt“, nahm in Hoehns Nachbetrachtung breiten Raum ein: Sie „komponierte“ ihre mehrfarbigen Linoldrucke so, dass sie nach jedem Druckgang die gerade gedruckten Teile, sofern sie nicht noch für eine zweite Farbe gebraucht wurden, entfernte. Übrig bleibt die Druckform des letzten Druckes, es gibt keine Möglichkeit späterer Nachdrucke. Jeder ihrer von vornherein in der Auflage begrenzten Drucke – 50 war die höchste Auflage – hat dadurch Seltenheitswert.

Persönliche Worte kamen noch von Dr. Helge Strasser, der die Anregung zu dieser Ausstellung gegeben hatte. Ein großes Dankeschön bekam Horst Hoffmann zu hören, der in seinem „Heidewanderer“ und im „Heimatkalender“ mehrfach über Renate Strasser berichtet hatte und der maßgeblich an dieser Ausstellung beteiligt gewesen war. Für diese Bemühungen erhielt er ein Strasser-Original.

Von Folkert Frels

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