Betreuung von straffällig gewordenen Jugendlichen weiter ungewiss

Finanzielle Sorgen bleiben

+
Unter anderem betreut Margot Schreiner in den Räumen des Vereins an der Ripdorfer Straße Jugendliche.

Uelzen. Die Betreuung von massiv straffällig gewordenen Jugendlichen im Landkreis Uelzen steht weiterhin auf wackeligen Beinen.

Zwar hat der Kreistag mit dem neuen Haushalt für 2014 einer höheren Unterstützung des Vereins „Jugendhilfe e. V. Uelzen“ – er übernimmt die Betreuung seit den 80er-Jahren – zugestimmt, doch die Stadt Uelzen wird kein zusätzliches Geld bereitstellen.

Wie berichtet, hatte im vergangenen Sommer der Verein Landkreis und Stadt um höhere Zuschüsse gebeten, weil, so der Geschäftsführer Dieter Kratzert seinerzeit, man finanziell an die Grenzen gestoßen sei. Er begründete die Situation mit weggebrochenen Zuwendungen des Landes. Durch die gestiegenen Zuwendungen des Landkreises, so erklärte Kratzert gestern, habe man etwas Luft gewonnen, über den Berg sei man noch nicht. Statt 27 700 Euro kommen im nächsten Jahr 40 000 vom Kreis. Die Stadt Uelzen zahlt unverändert 20 700 Euro, eigentlich hoffte Kratzert auf 30 000 Euro von der Kommune. Die Stadt Uelzen habe erklärt, dass für die finanzielle Absicherung der Träger des Projektes verantwortlich sei und dies sei nun mal der Landkreis, so Kratzert. Er habe deshalb auch Verständnis für das Votum der Stadt, nur an der finanziell schwierigen Situation ändere sich damit nichts.

Wie der Geschäftsführer des Jugendhilfe-Vereins sagte, bleibe trotz der gestiegenen Zuwendungen vom Landkreis ein Defizit von 35 000 Euro für 2014, das durch den Verein, durch Spenden und durch Bußgelder, die dem Verein zugesprochen werden, nicht aufgefangen werden könnte. Der Verein selbst habe schon im vergangenen Jahr reagiert und mit personellen Entscheidungen die Kosten senken können. Langgediente Mitarbeiter hätten sich aus der Arbeit zurückgezogen, sodass eine der beiden Stellen zur Betreuung von Straftätern mit einem jungen Mitarbeiter besetzt werden konnte. „Die Bezüge fallen so geringer aus“, sagte Kratzert. Er setze nun noch auf die rot-grüne Landesregierung. In Hannover sei angekündigt worden, dass mehr Geld für Jugendhilfeprojekte zur Verfügung gestellt werden sollen. Außerdem wolle man grundlegend die Förderung überprüfen. „Sollten sich Verbesserungen ergeben, so wäre eine Finanzierung der Betreuung längerfristig gesichert“, so Kratzert. 2014 bleibe damit das kritische Jahr für den Jugendhilfeverein, der in den vergangenen zwölf Monaten rund 80 straffällig gewordene Jugendliche betreute.

Von Norman Reuter

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare