Finanzämter Uelzen und Lüchow werden im April zusammengelegt

Finanzamt vor der Fusion

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Ein Ministerbesuch, der mehr war als Routine: Reinhold Hilbers (Mitte) kam gestern anlässlich der anstehenden Fusion in das Uelzener Finanzamt, hier mit dem Behördenleiter Jörg Schmidt-Hohensee (links) und dem CDU-Landtagsabgeordneten Jörg Hillmer. 

Uelzen – Die Finanzämter Uelzen und Lüchow werden im April zusammengelegt. Beide Ämterstandorte bleiben aber erhalten und Bürger können dort weiter ihre Steuererklärungen abgeben.

Bei der Fusion gehe es darum, kleine Standorte zu stärken – und nicht abzubauen, betont Finanzminister Reinhold Hilbers gestern in Uelzen.

Der Besuch eines Finanzamtes gehört für Reinhold Hilbers zum Arbeitsalltag. Er sei regelmäßig in Ämtern zu Besuch, sagt der niedersächsische Finanzminister. Seine Stippvisite gestern im Finanzamt Uelzen ist für den CDU-Politiker dann doch nicht nur Routine – es ist der Anlass, der den Besuch zu etwas Besonderem macht: Die Behörde wird zum 1. April mit dem Finanzamt in Lüchow zusammengelegt. Hilbers spricht von einer „Pionierarbeit“, die gerade in den beiden Behörden geleistet werde. Denn: Es sind noch weitere Fusionen von Ämtern im Land geplant.

Wenngleich es künftig ein großes Finanzamt für Uelzen und Lüchow-Dannenberg geben wird, die bisherigen beiden Standorte bleiben erhalten. Und: Auch künftig können Einwohner ihre Steuererklärungen dort abgeben, wird gestern betont. Wobei vieles schon elektronisch läuft. „Im Landkreis Uelzen werden gut 62 Prozent der Einkommenssteuererklärungen bereits via Online-Portal abgegeben“, so Hilbers.

Zu Veränderungen kommt es dennoch. So werden einzelne Arbeitsbereiche zusammengelegt oder verlegt. Das heißt in der Praxis beispielsweise, dass die Unternehmensbesteuerung künftig komplett in Lüchow bearbeitet wird. Die Abgabe der Unterlagen und Zahlen durch Unternehmen und Steuerberater erfolgt in diesem Bereich aber bereits über elektronische Wege.

Es wird künftig nur noch eine Finanzamtnummer geben, wie der Leiter des künftigen großen Finanzamtes, Jörg Schmidt-Hohensee, erklärt. Wer zurzeit über Lüchow veranlagt ist, erhält so eine neue Steuernummer. Für die betroffenen Bürger soll es ein Informationsschreiben geben.

Die Bevölkerungszahl sinkt, immer mehr Menschen nutzen digitale Techniken auch in Sachen Steuer. Die Landesregierung will mit den Fusionen sicherstellen, dass in den Ämtern, die für sich genommen zu klein geworden wären, weiterhin Vertretungsmöglichkeiten bestehen und auch das nötige Spezialwissen vorhanden ist. „Wir stärken gerade kleinere Standorte“, sagt Hilbers.

129 Mitarbeiter zählte bislang das Uelzener Finanzamt, 63 die Lüchower Behörde. Die Beschäftigten werden auch künftig weitestgehend an ihren Standorten arbeiten. Es sei gelungen, niemanden gegen seinen Willen an einen anderen Arbeitsort versetzen zu müssen, sagt Hilbers gestern.

VON NORMAN REUTER

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