Team aus Uelzen und Umgebung plant 90-Minüter in Kino-Qualität / Bereits mehrfach ausgezeichnet

Film-Nachwuchs vor Groß-Projekt

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„Wir brauchen ein Bergwerk“ – Uelzens Filmnachwuchs um Luzian Massarrat, Timon Kraaz, Fabian Schröder und Clemens Krauß (4. bis 7. von links) denkt vor seinem ersten 90-Minüter groß: 130 Personen könnten an dem Werk in Kino-Qualität mitwirken. Foto: privat

Uelzen. Die Ideen kommen ihnen beim Zähneputzen, beim Lesen oder im Unterricht. Sie filmen in Uelzens Sporthallen, an Unterführungen und auf Sportplätzen. Sie organisieren Castings, vernetzen sich online mit erfahrenen Filmemachern, designen Kostüme und Kulissen.

Und sie eignen sich Fertigkeiten im Filmschnitt, für das Verfassen von Drehbüchern und die Herstellung von visuellen Effekten an: Uelzens bereits mehrfach ausgezeichneten Nachwuchs-Filmemacher um Clemens Krauß, Fabian Schröder, Timon Kraaz und Luzian Massarrat von „CFT Productions“.

Nach den Auszeichnungen für „Fremde“ und „Gefangen im Netz“, jeweils kürzere Filme, die mit Heide-Wendland- und Niedersachsen-Filmklappe ausgezeichnet wurden (AZ-berichtete), steht jetzt ein besonders großes Projekt an: Der erste Film in Spielfilmlänge. Arbeitstitel für das Werk ist „Liberty“. Anders als in den bisherigen Filmen soll eine politische „Message“ nicht im Vordergrund stehen. „Wir wollen mehr in Richtung Unterhaltung gehen“, sagt Luzian Massarrat, der hauptverantwortlich für das 85 Seiten umfassende Drehbuch ist. Die Story: In einem Dorf sind nach einem Bürgerkrieg die Kinder um Luana auf sich allein gestellt, nachdem Terroristen ihre Eltern verschleppten.

Von Statisten über Schauspieler, „Set-Runner“, Regie, Kamera-, Ton- und Schnitttechnik sind derzeit 130 Personen daran interessiert bei dem Projekt mitzuwirken, berichten Luzian und Fabian Schröder im Gespräch mit der AZ. Ein Infostand am Herzog-Ernst-Gymnasium habe unter den Mitschülern, die vorher wenig von dem Hobby von der Gruppe um Timon Kraaz und Luzian aus der 10b vom HEG wussten, für Resonanz gesorgt. Über Netzwerke wie Facebook, Instagram, Youtube und die eigene Homepage vernetzen sich die Nachwuchsfilmer zusätzlich mit Gleichgesinnten. Auch Festivals wie die Uelzener Filmtage sind als Kontaktbörse wertvoll. Aktuell sucht die Gruppe noch Verstärkung im Bereich „CGI“, Experten dafür, am Computer Filmbilder entstehen zu lassen.

Unabhängig davon setzen die Jungs und Mädchen auf die Erfahrungen bei ihren bisherigen Dreharbeiten. „Bei Gefangen im Netz“ haben wir total viel gelernt“, geben Luzian und Fabian zu Protokoll und formulieren im gleichen Atemzug ein hohes Ziel für „Liberty“: „Wir wollen Kino-Niveau erreichen und in möglichst vielen Kinos zu sehen sein.“ Dabei setzten sie vor allem auf regionale und „Arthouse“-Kinos. Filmverleihe hätten schon interessiert auf ihr Projekt reagiert.

Dass das Team groß denkt, zeigt auch die Suche nach geeigneten Drehorten für die 25 bis 30 Drehtage, die am 17. Juni beginnen sollen: „Wir brauchen ein Bergwerk“, meint Fabian Schröder, der in den erstmals auch außerhalb Uelzens stattfindenen Aufnahmen auch eine große logistische Herausforderung sieht.

Fürsprecher hat der Film-Nachwuchs, für den „Tribute von Panem“ ein großes Vorbild ist, unter anderem in Renate Böhm vom Uelzener Central-Theater, in Schulleiterin Gabriele Diedrich vom HEG und im Medienpädagogen Ekkehard Brüggemann, die ihre Arbeit unisono als herausragend bewerten. Weitere Unterstützung, auch finanziell, ist aber möglich und erwünscht. Kontakt zum Team kann man über die Homepage www.cft-productions.de knüpfen.

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