Auf dem Herzogenplatz beziehen die Besucher Position

Gegen Rassismus: Festival mit klarer Botschaft in Uelzen

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Die Rapperin Lena Stoehrfaktor ist eine der Musikerinnen, die beim Festival gegen Rassismus auf dem Herzogenplatz auftritt.

Uelzen. Der Verein „Uelzen bleibt bunt“ hat auf dem Herzogenplatz am Sonnabend sein Festival „Aufstehen gegen Rassismus“ gefeiert. Besucher kamen vom Nachmittag bis in den Abend zu dem Festival, das ehrenamtlich organisiert worden war.

Die Veranstalter zählten rund 400 Besucher am Abend bei diesem dritten Festival seit 2016 – und wollen 2019 in die Wiederholung gehen.

Man wolle aufstehen gegen Gewalt und Hetze, sagt Jakob Blankenburg, Vereinsvorsitzender von „Uelzen bleibt bunt“.

Mit einer Breakdance-Show von „Dizwon-Dizkids“ eröffnet, spielten drei Bands und Solokünstler auf der Bühne. Den Anfang machte am Spätnachmittag die Rapperin „Lena Stoehrfaktor“, anschließend traten noch „Prada Meinhoff“ und „Razz“ auf. Ein Besucher brachte seine Motivation, zu diesem Festival zu gehen, auf den Punkt: „Rassismus ist nichts Gutes. Und ‘Razz’ sind eine ultrageile Band“, sagte der 19-jährige Cosmo Jedryczka.

Anneke Ihlenfeldt, Pastorin der Gemeinde Kirchweyhe-Westerweyhe, und für den Kirchenkreis Uelzen Mitglied im „Uelzener Bündnis für Demokratie und Toleranz“, sagte der AZ: „Nach dem Aufschrei über die AfD spüre ich im Alltag, dass sich rechtes Gedankengut mehr durchsetzt.“ Und so hatte auch Ihlenfeldt beim Aufbau der kleinen Pavillon-Stadt auf dem Herzogenplatz geholfen und Paletten zum Bau von Sitzmöbeln geschleppt. Und Ingetraud Schmäcke sagte für das Bündnis: „Wir wollen den Rechtsruck verhindern.“

Längst nicht nur das Uelzener Bündnis war auf dem Herzogenplatz präsent. Neben Essen und Getränken hatten die Veranstalter die Information groß geschrieben. So waren zum Beispiel die Jusos, die Grüne Jugend, die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Rosa-Luxemburg-Stiftung, das Jugendwerk der AWO, die Falken, die Verdi-Jugend, die IG Metall oder die Initiative „Kein Schlussstrich“ mit Blick auf die rechtsterroristische NSU vor Ort.

Marc Fleischmann formulierte für die Grüne Jugend: „Wir wollen ein Zeichen gegen Rassismus setzen. Wir wollen ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt setzen.“ Und David Amri, Gewerkschaftssekretär der Verdi-Jugend, sagte für die gewerkschaftlichen Jugendverbände. „Es gibt ja das Schlagwort von der Solidarität. Das Miteinander in der betrieblichen Ausbildung hilft, Ressentiments abzubauen.“

Jakob Blankenburg, Landesvorsitzender der Jusos in der SPD und Vereinsvorsitzender von „Uelzen bleibt bunt“, sieht „starke rechtsextreme Strukturen“ gerade auch in der Lüneburger Heide. Man wolle aufstehen gegen Gewalt und Hetze. „Die AfD beherrscht den Diskurs, der sich immer weiter nach rechts verschoben hat. Wir diskutieren darüber, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken. Innenminister Horst Seehofer steuert einen restriktiveren Kurs – und die AfD sitzt mit 13 Prozent im Bundestag. Ja, die würde ich am liebsten außerhalb des Bundestages sehen“, sagt Blankenburg

Von Christian Holzgreve

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