Zahlreiche Beschwerden beim Ordnungsamt Uelzen wegen Ruhestörung / Bußgelder zwischen 20 und 55 Euro möglich

Feiern im Freien kann teuer werden

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Wer nach 22 Uhr so viel Lärm macht, dass sich die Nachbarn in ihrer Ruhe gestört fühlen, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Landkreis Uelzen. Jeder hat es schon erlebt: Man möchte abends entspannt ein Buch lesen oder einfach nur schlafen, doch der Nachbar macht einen Strich durch die Rechnung: Lautstarke Gespräche, schallendes Gelächter, dröhnende Musik. Die Wände vibrieren.

Man versucht, die störende Geräuschkulisse auszublenden – ohne Erfolg. Es wird später und später. Irgendwann greift man entnervt zum Telefon. Anruf bei der Polizei: Ruhestörung. Kurze Zeit später: endlich Ruhe.

Mit den ersten warmen Nächten verlegen die Uelzener ihre abendlichen Aktivitäten nach draußen. Ob Grillen, eine Feier mit der Familie oder der Fußballabend mit einem kühlen Bier und Freunden – bei schönem Wetter macht das gleich doppelt Spaß. Das sehen die Nachbarn oft anders: Am vergangenen Wochenende gingen bei der Polizei nicht zuletzt aufgrund von Fußball-Abschlussfeiern und der Übertragung des DFB-Pokalfinals zahlreiche Anrufe von Bürgern ein, die sich in ihrer Nachtruhe gestört fühlten. In diesem Jahr sind beim Uelzener Ordnungsamt bereits rund 20 schriftliche und 150 mündliche Meldungen aufgelaufen – obwohl der Sommer noch gar nicht begonnen hat.

Wer sich zu später Stunde im Freien aufhält oder mit offenem Fenster feiert, sollte ein paar Dinge beachten, damit der Abend kein böses Ende nimmt, denn: Ruhestörung zählt als Ordnungswidrigkeit und wird nicht selten auch mit einer Geldstrafe geahndet. Die Verordnung zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in Uelzen besagt, dass zwischen 22 Uhr abends um 7 Uhr morgens Nachtruhe herrscht und „sämtliche Betätigungen verboten sind, die Anwohner stören können.“

„Lärmbelästigungen werden mit Bußgeldern zwischen 20 und 55 Euro geahndet“, erklärt Ute Krüger von der Stadt Uelzen. Das sei zwar nicht immer der Fall, käme aber häufig vor. Die Polizei hat aber auch wirksame Mittel, um uneinsichtige Ruhestörer zur Besinnung zu bringen: „In manchen Fällen nehmen wir auch schon mal die Stereo-Anlage mit“, weiß Kai Richter von der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen. Die Betroffenen können ihr Gerät am nächsten Tag dann bei der Polizei wieder abholen. Sollte auch das nicht helfen, nimmt die Polizei den Ruhestörer schon einmal für eine Nacht in Gewahrsam. „Das ist aber nur in absoluten Ausnahmefällen notwendig“, betont Richter. „Meistens ist es mit einer Ermahnung getan.“

Sollte sich herausstellen, dass der Unruhestifter mit der Lärmbelästigung bewusst provozieren will, kann auch eine Anzeige wegen Vorsatzes gefertigt werden. In diesem Fall können die Bußgelder sogar noch verdoppelt werden.

Von Sandra Hackenberg

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