Feiern mit den Bayern

Uelzener Brezeln kommen auf die Oktoberfest-Tische.

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Wenn es um die eigene Tradition geht, versteht der Bayer in der Regel keinen Spaß. Über die Oktoberfeste im Norden rümpft man im Süden nur verächtlich die Nase, schließlich gebe es nur ein echtes Fest dieser Art – auf der Wiesn in München. Ausgeschenkt wird dort – na klar – bayrisches Bier. Doch eine Spezialität, die seit 200 Jahren untrennbar mit dem Oktoberfest verbunden ist wie die Lederhosen, kommt aus dem hohen Norden, genauer aus Uelzen: Hier im Hafen wird ein großer Teil der Brezeln produziert, die in den großen Bierzelten im Ofen kross gebacken werden.

Drei große Brezelhersteller gibt noch es in Deutschland und dass die Bayern sich (vielleicht auch zähneknirschend) für die Exemplare aus der Uhlenköperstadt entschieden haben, spreche für den Anspruch der Münchener Wirte, meint Dr. Karl Spiess-Knafl, Geschäftsführer des Uelzener Nestlé/Schöller-Werkes: „Was die Qualität angeht, sind wir der Marktführer auf dem Brezelmarkt.“

Backmischungen gibt es hier nicht, für die jährlich rund 40 Millionen in Uelzen gefertigten Brezeln wird der Teig stets neu angerührt. „Und wir passen den Teig stets an, um die optimale Qualität zu bekommen. Denn auch die Zutaten wie das Mehl verändern sich ja“, sagt Ulrike Schmalfuß, verantwortlich für die Gebäckproduktion im Uelzener Werk. Seit nunmehr 16 Jahren werden bei Schöller in Uelzen Teiglinge für Brezeln, Laugenstangen, -knoten und Laugenzöpfe hergestellt, tiefgefroren und dann deutschlandweit, nach Österreich und vereinzelt Italien geschickt. Abnehmer sind gastronomische Betriebe, Bäckereien, Kioske, Tankstellenketten – und natürlich die Bewirtschafter bei Oktoberfesten.

Angerührt wird eigentlich an fünf Tagen die Wochen, „derzeit haben wir die Produktion aber etwas erhöht“, sagt Ulrike Schmalfuß. Um diese Nachfrage zu befriedigen muss eine Mitarbeiterin dann rund 1000 Brezen pro Stunde schlingen. Ergänzend werden stündlich einige Exemplare aufgebacken, um die Qualität zu überprüfen. Die tiefgekühlten Backwaren sind acht Monate haltbar. Und die Nachfrage nach den salzigen Leckereien aus Uelzen wächst: „Wir haben seit Jahren ein kontinuierliches Wachstum“, sagt Spiess-Knafl.

Und wenn am 18. September wieder die Bilder von der Eröffnung der Wiesn 2010 zu sehen sind, dann wissen die Mitarbeiter von Schöller, dass auch ihre Produkte dabei sind beim größten Volksfest der Welt.

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