Sanierungen am Hundertwasser-Bahnhof verzögern sich / Bürgerfest zum 10-Jährigen

Feier mit Stützstrümpfen - der sanierungsbedürftige Bahnhof

+
Die Säulen am Hundertwasserbahnhof brauchen seit zwei Jahren Halt.

Uelzen. Die knalligen Farben der Säulen werden mit weißen Netzen verdeckt, an einer der goldenen Kugeln auf den Säulen blättert bereits das Gold ab und in der Unterführung bröckelt der Putz von den Wänden. In knapp einem Monat soll ein Bürgerfest anlässlich „10 Jahre Hundertwasser-Bahnhof Uelzen“ gefeiert werden.

Währenddessen sieht die größte Sehenswürdigkeit der Uhlenköperstadt, die tausende Touristen aus aller Welt anzieht, so aus, als hätte sie die besten Jahre schon hinter sich. Seit zwei Jahren platzen an den bunten Säulen die Kacheln ab, mit jedem Winter wachsen die Schäden. Bis zum Fest werden die Schmuckstücke nicht mehr saniert werden können, sagt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis.

Auch die Räume des ehemaligen Restaurants Arte im Bahnhof sind noch nicht wieder vorzeigbar. Die Deutsche Bahn hatte dem Pächter vor einem Jahr den Vertrag gekündigt, seit vor Weihnachten ist das Restaurant geschlossen. Wer in der Gastronomie die Nachfolge antritt, soll spätestens bei dem Fest verkündet werden. „Der Mietvertrag ist noch nicht unterschrieben, uns liegt der Entwurf vor“, berichtet Meyer-Lovis. Bevor das Restaurant eröffnet wird, müssen allerdings noch einige Arbeiten durchgeführt werden. Ab wann dort Touristen wie Einheimische wieder einkehren können, ist noch unklar. Dass bis zum Bürgerfest die Schäden behoben werden, ist ebenfalls unmöglich, erklärt er. „Wir haben bis jetzt keine Firma gefunden.“ Die Arbeit an dem Kunstwerk sei sehr speziell. „Wir sind dabei, ein geeignetes Unternehmen zu finden, das die Arbeit ausführt.“ Ein Interessent sei bereits zurückgetreten, da es sich um komplizierte Kunstarbeiten handle. „Es ist schwierig, jemand Geeigneten zu finden“, sagt Meyer-Lovis.

Für den Tourismus in Uelzen ist der aktuelle Zustand ganz offensichtlich nicht förderlich. Als zum Beispiel in der vergangenen Woche Niedersachsens Bürgermeisterinnen zu Gast waren, wollte man die Besichtigung des „Bahnhofs des Jahres 2009“ eigentlich auslassen – auch weil es dort keinen Restaurant-Betrieb gibt. Und die Besichtigungstouren, die von der Touristinformation Uelzen inklusive Mittagessen angeboten werden, führen in diesem Jahr vom Bahnhof weg zu anderen Lokalitäten, in denen Touristen einkehren können.

Als der Verein „Allianz pro Schiene“ den Hundertwasser-Bahnhof zum „Bahnhof des Jahres 2009“ in der Kategorie Kleinstadtbahnhof ernannte, hatte die Jury die kunstvolle Architektur gelobt. Die gute Kombination aus Form und Funktionalität und vor allem die schwungvollen Formen waren es, die die Juroren überzeugten. Von Kunst auf einem Niveau, die bei den Jurymitgliedern beim Besuch des Bahnhofes sogar „optische Glückshormone freisetzte“, sprach der Verein in seiner bisweilen fast überschwänglichen Begründung. Bei dieser Wahl werden die Bahnhöfe aus Kundensicht bewertet, deshalb hatte auch der Service am Hundertwasser-Bahnhof eine Rolle gespielt.

Beim Bürgerfest zum zehnjährigen Bestehen des Hundertwasser-Bahnhofs wird allerlei Unterhaltungsprogramm für die ganze Familie geboten. Das Fest findet am Sonntag, 8. Mai, von 11 bis 17 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz (die Zufahrt wird an diesem Tag gesperrt) und im Bahnhofsgebäude statt. Veranstalter sind die Stadt Uelzen, die Deutsche Bahn, das City-Management, Mycity und der Verein Bahnhof 2000.

Von Diane Baatani

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare