Es fehlt der Nachwuchs

Eine erfrischende Inszenierung der jüngsten Saison war Schillers „Räuber“ mit den „Theatermachern“ aus Hamburg.

Uelzen - Von Barbara Kaiser. Inmitten dieser ganzen auf einen einzigen Ton gestimmten Massenkulturmonotonie realisiert der Kulturkreis Uelzen ein Programm, dem nur hartnäckige Ignoranten ein hohes Niveau absprechen. Leider kämpfen auch Georg Lipinsky als erster Vorsitzender und seine Mitstreiter mit einer finanziell prekären Situation.

Auf der Jahresmitgliederversammlung wurde die vergangene Saison zwar ein Erfolg genannt – es gab keinen Flop, weder in Kleinkunst, Theater- oder Symphonischem Ring – aber der Prüfer des Berichts bemängelte eine gewisse Unwirtschaftlichkeit. Kulturkreismitglieder zahlen zurzeit 16 Euro Jahresbeitrag. Eine einfache Rechnung zeigt, dass die sich mit dem Besuch nur zweier Veranstaltungen bereits amortisiert haben: Für fünf Konzerte zahlt der normale Abonnent 105 Euro, Kul-turkreismitglieder 87 Euro.

Deshalb hat sich der Vorstand schweren Herzens entschlossen, den Jahresbeitrag auf 20 Euro zu erhöhen, was die Mitgliederversammlung vorerst billigte. Für die dafür erforderliche Satzungsänderung muss und wird es jedoch eine außerordentliche Zusammenkunft geben. Weil die Änderung noch nicht für 2010/11 greifen kann, appelliert der Kulturkreis-Vorstand an seine Mitglieder, bereits die nächste Überweisung, fällig am Jahresende, freiwillig zu erhöhen.

Gebilligt wurde der Haushalt 2010/11, dessen Volumen von 274 525 Euro Einnahmen/Ausgaben ausgeglichen ist. „Wir gehen davon aus, dass die Zuschüsse der Kommunen fließen“, sagt Lipinsky, „auch wenn der Haushalt der Stadt Uelzen 2009/10 noch nicht genehmigt ist.“ Es handelt sich hierbei um rund 65 000 Euro.

Die Mitgliederzahl des Uelzener Kulturkreises blieb mit knapp 1000 im vergangenen Jahr konstant. Allerdings will es einfach nicht besser gelingen, junge Leute an Kultur heranzuführen, zu begeistern und zu binden. Die Studie der Universität Lüneburg dazu läuft noch, das Ergebnis wird mit Spannung zu erwarten sein.

Auch personell muss sich der Kulturkreis anders aufstellen. Geschäftsführerin Ute Lange-Brachmann scheidet wegen ihres Ruhestands mit dem 30. September 2010 aus ihrem Amt, wurde aber dafür einstimmig in den geschäftsführenden Vorstand gewählt (ehrenamtlich). Georg Lipinsky schloss für die Wahl 2011 für sich eine Kandidatur als erster Vorsitzender aus. Er wird jedoch weiterhin die Theatersparte betreuen, in der er meist interessante Inszenierungen oft Freier Bühnen verpflichtete.

Zu beklagen ist, dass die Zuschauer, nicht nur die jungen, sich offenbar immer weniger festlegen und eine Abonnementsverpflichtung eingehen wollen. Die ist aber verlässliche Voraussetzung dafür, dass überhaupt geplant und Ensembles eingekauft werden können.

Auf jeden Fall startet im September eine neue Saison. Für die gibt es geänderte Anfangszeiten, eine Umfrage unter Zuschauern hat das eindeutig favorisiert. Der Symphonische Ring wird immer um 19 Uhr beginnen, der Theaterring um 19.30 Uhr.

Am Mittwoch, 15. September, um 10.30 Uhr, hebt sich das erste Mal der Vorhang im Theater an der Ilmenau: „Haydn für Kinder“ steht in Zusammenarbeit mit der Grundschule Wrestedt und der Musikschule auf dem Programm. Davor, am 11. September, um 20 Uhr, sind in St. Marien die Sänger des Kreutzchores Dresden zu Gast. Hier ist der Kulturkreis Mitveranstalter.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare