Förderung teilweise unklar / SPD bringt Abstufung ins Spiel

Fast eine Million für Uelzens Kreisstraßen

In Vorwerk kreuzt sich die K 39 mit der L 232. Da es hier zu vielen Unfällen kommt, sollen die Einmündungen über die Landesstraße versetzt gebaut werden. Foto: Lütke
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In Vorwerk kreuzt sich die K 39 mit der L 232. Da es hier zu vielen Unfällen kommt, sollen die Einmündungen über die Landesstraße versetzt gebaut werden. Foto: Lütke

Uelzen/Landkreis – Viele Kreisstraßen sind marode. Sie zu sanieren kostet viel Geld – zu viel. Abhilfe schafft das Gemeindefinanzierungsgesetz (GVFG), wodurch finanzielle Mittel vom Land Niedersachsen zur Verfügung gestellt werden.

Für den Landkreis Uelzen beträgt die Förderquote für 2021 voraussichtlich 65 Prozent.

Stefanie Lotz vom Landkreis Uelzen stellte auf der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses die geplanten Maßnahmen für das kommende Jahr vor: Die Sanierungen der K 17 bei Lehmke und der K 8 zwischen Hansen und Klein Süstedt sowie die Verbreiterung der K 39 zwischen Vorwerk und Eddelstorf. Diese soll von 4,50 auf das übliche Maß von sechs Metern ausgebaut werden. In den Haushalt für 2021 eingestellt sind dafür insgesamt 947.000 Euro.

Darin enthalten ist auch die Entschärfung des gefährlichen Kreuzungsbereiches mit der L 232 in Vorwerk. Beide Einmündungen sollen etwas versetzt gebaut werden. Das freut besonders Andreas Dobslaw als Vorsitzender der Unfallkommission des Landkreises. Allein von 2017 bis 2019 sei es in dem Bereich zu acht Verkehrsunfällen mit 15 Verletzten – zwei davon schwer – gekommen. Dobslaw begrüßt die Verschiebung des Kreuzungsbereiches, da die Autofahrer so nicht mehr wie bisher gerade die Straße queren können. Dabei sei es nämlich zu den meisten Unfällen gekommen. „Das ist schön, dass das jetzt umgebaut wird“, sagt Dobslaw, denn auch die Einwohner Vorwerks hätten immer wieder auf die Gefahr hingewiesen.

Sollen Kreisstraßen abgestuft werden?

Ob alle geplanten Maßnahmen wirklich gefördert werden, ist jedoch noch ungeklärt. So ist laut Stefanie Lotz etwa die K 16 bei Bruchwedel kaum fünf Meter breit und wäre damit eigentlich nicht förderfähig.

„Das ist nicht mehr zeitgemäß“, kritisierte Andreas Dobslaw. Kreisstraßen mit einer Breite von 4,50 Meter müssten zwingend verbreitert werden, da sie auch von Lkw und anderen Schwertransportern genutzt werden. Dobslaws Vorschlag: Entsprechende Kreisstraßen zu Gemeindestraßen abstufen. Der Landkreis würde eine einmalige Sanierung bezahlen, und danach gehen die Straßen ins Eigentum der Gemeinden über. Diese wären dann für den Unterhalt verantwortlich. Denn ohne Förderung könne der Landkreis nicht alle Straßen sanieren. Die Verwaltung solle bei den Gemeinden anfragen, auch wenn diese laut Dobslaw wahrscheinlich eher selten einer solchen Regelung zustimmen würden.

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