200 000 Euro teure Umgestaltung beginnt im Herbst / Alle Geschäfte dauerhaft erreichbar

Farbige Fußgängerzone

+
Neue Verkehrsberuhigung in den Marktstraßen: Elf mit Blumen bepflanzte Elemente sind in der Innenstadt aufgestellt worden. Sie gehören zu einem Maßnahmenpaket, um das Zentrum Uelzens inklusive Fußgängerzone weiter aufzuhübschen.

Uelzen. Wenn der Umbau des Alten Rathauses im Herbst in die finale Phase geht, fällt der Startschuss zur Neugestaltung der unmittelbar angrenzenden Fußgängerzone in der Bahnhofstraße.

„Wir legen die Bauphase eher in die Jahreszeit, in der Cafes und Bistros ihr Geschäft nicht mehr an Tischen und Stühlen zum größten Teil draußen abwickeln“, erläuterte gestern Mittag Uelzens Baudezernent Karsten Scheele-Krogull. Somit möchte die Stadt gewährleisten, dass die anliegenden Einzelhändler keine wirtschaftlichen Einbußen haben – und auch keine Probleme beim Erreichen der einzelnen Immobilien. „Während der gesamten Bauphase, die mit Sicherheit ins neue Jahr gehen wird, bleibt jedes Geschäft zugänglich“, sagte Scheele-Krogull. Die betroffenen Anlieger würden demnächst über die einzelnen Bauschritte von der Stadt informiert werden, ergänzte der Baudezernent.

Auf einem rund 60 Meter langen Stück der Fußgängerzone kommt nach Auskunft aus dem Rathaus das gesamte Pflaster raus. Die sechs Meter breite Passage wird mit einem Pflaster farbig gestaltet. Die Mehrzahl der Geschäfte wird anschließend ebenerdig zu begehen sein. Apropos Begehen: Am Montag hatten Stadtvertreter das Areal mit Sehbehinderten inspiziert. Hintergrund: Im neuen Pflaster sollen Leitlinien integriert werden, um den Sehbehinderten die Orientierung deutlich zu erleichtern. Der in die künftige Fußgängerzone integrierte Wasserlauf wird mit einer Kante abgesetzt, um ein sicheres Bewegen auf dem Pflaster zu gewährleisten.

„Die gesamte Baumaßnahme kostet 200 000 Euro. Davon muss die Stadt 50 000 Euro an Eigenmitteln aufbringen, der große Rest wird von Land und Europäischer Union gefördert“, schilderte Scheele-Krogull den Kostenrahmen. In diesen finanziellen Plan sind auch die neuen „Pflanz-Sitz-Elemente“ (O-Ton Bürgermeister Otto Lukat) enthalten. Insgesamt elf Elemente sind mittlerweile in den Marktstraßen installiert worden. „Wenn die Witterung es zulässt, sollen die Elemente bepflanzt werden“, kündigte Scheele-Krogull an. In dem Zusammenhang machte Lukat deutlich, dass diese elf Teile im Konsens in der Arbeitsgemeinschaft Innenstadt ausgewählt worden seien. „Das war keine einsame Entscheidung eines einzelnen Planers.“ Die 25 Köpfe starke Arbeitsgemeinschaft setzt sich unter anderem aus Vertretern des Einzelhandels, der Politik, des Seniorenbeirates und des Citymanagements zusammen.

Eventuell aufkommende Kritik an der Umgestaltung der Fußgängerzone nahm der Bürgermeister im übrigen gestern gleich die Spitze. „Als die Bahnhofstraße Ende der 70er-Jahre zur Fußgängerzone umgebaut worden ist, liefen die Einzelhändler Sturm und befürchteten eine Pleitewelle.“ Manche Prognose, so Lukat weiter, erweise sich im Nachhinein eben als falsch. Angst müsse man eher haben, wenn der nächste Schritt zur Entwicklung nicht gemacht werde.

Von Andreas Becker

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare