Anhänger von St. Pauli und Magdeburg prügeln sich in Uelzen / Polizist verletzt

Fan-Randale im Bahnhof

Uelzen. Erneut haben Fußballfans beim Umsteigen auf dem Hundertwasser-Bahnhof randaliert. Am Sonntag gegen 7. 55 Uhr trafen dort etwa 200 Anhänger des Zweitligisten FC St. Pauli und 50 des Viertliga-Klubs 1.  FC Magdeburg aufeinander und lieferten sich Schlägereien.

Bereits Mitte April war es zwischen Fans von Hannover 96 und St. Pauli im Uelzener Bahnhof zu gewalttätigen Aus-einandersetzungen gekommen (AZ berichtete).

Nach Angaben der Bundespolizei begann die Randale zwischen den beiden verfeindeten Gruppierungen zunächst mit verbalen Provokationen. Es folgten Flaschenwürfe, Schläge und Tritte der zum Teil vermummten Anhänger. Sechs Bundespolizisten gerieten zwischen die Fronten und wurden selbst attackiert. Dabei wurde ein Beamter am Knie und im Gesicht leicht verletzt. Der Mann musste ärztlich behandelt werden. Drei Streifen der Polizei Uelzen eilten zu Hilfe, brauchten aber nicht mehr einzugreifen.

Kurz darauf trennten sich die Gruppen und fuhren weiter zu den Auswärtsspielen ihrer Klubs. Dabei trat die erste Vertretung des FC St. Pauli auswärts bei Eintracht Braunschweig an, die zweite Mannschaft des Kiez-Klubs empfing zu Hause den 1. FC Magdeburg.

„Die Angriffe ereigneten sich noch vor der eigentlichen Anreisephase zu den Fußballspielen“, berichtet Holger Jureczko, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Bremen. Die frühe Ankunft beider Fangruppierungen und ihr Aufeinandertreffen in Uelzen ließen darauf schließen, dass es sich um eine „Verabredung“ gehandelt haben könnte, erklärt er gegenüber der AZ. „Denn eigentlich gibt es keinen logischen Grund, warum man für ein Auswärtsspiel schon so früh am Morgen im Bahnhof sein sollte.“ Ursprünglich hätten die St.-Pauli-Fans auf dem Weg nach Braunschweig erst um 9.56 Uhr im Hamburger Hauptbahnhof abfahren sollen.

Der Regionalexpress aus Magdeburg traf um 7.51 Uhr in Uelzen ein. Erst kurz zuvor war der Bundespolizei bekannt geworden, dass sich rund 50 Fans des 1. FC in dem Zug befanden. Vier Minuten später trafen die St. Pauli-Fans im Hundertwasser-Bahnhof ein. Noch ist unklar, wo die Gruppen in die Züge eingestiegen sind.

Die Bundespolizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzungen und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Von Bernd Schossadowski

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