Betrüger zocken Senioren ab

Falsche Polizisten erbeuten sechsstelligen Betrag von 76-jähriger Seniorin aus Celle

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Falsche Polizeibeamte versuchen, Senioren über das Telefon abzuzocken.

Uelzen/Landkreis – Falsche Polizeibeamte wollten in den vergangenen zwei Tagen Senioren in Bad Bevensen um ihr Geld und ihre Wertsachen bringen. Die Betrüger scheiterten, weil die Opfer misstrauisch wurden.

Anders bei einer 76-Jährigen aus Hermannsburg bei Celle: Die gutgläubige Dame übergab den Betrügern während der vergangenen drei Tage nach und nach ihr gesamtes Vermögen – Bargeld und Gold im sechsstelligen Wert.

Als der Frau klar wurde, dass sie Opfer von Betrügern wurde, waren die Täter längst über alle Berge. Aus diesem Anlass mahnt die Polizei eindringlich zur Vorsicht. Die Betrüger gehen besonders perfide vor. Sogar die echte Telefonnummer der Polizei oder die 110 erscheint im Display des Telefons.

Die falschen Polizeibeamten behaupten, dass sie bei einem Einbrecher einen Zettel mit Namen und Anschrift der potenziellen Opfer gefunden hätten. Um weitere Straftaten zu verhindern, sollen ihnen die Senioren ihr Erspartes und Wertsachen zur sicheren Verwahrung übergeben.

„Der Täter ist in diesem Gespräch sehr geschickt und wird versuchen, Informationen über Bankkonten, Wertanlagen, Schmuck, Vermögensverhältnisse und vorhandene Wertgegenstände zu erlangen“, erklärt Kai Richter von der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen.

Mancher Täter sei sogar so dreist und erzähle, dass man Hinweise auf eine angebliche Mittäterschaft von Bankmitarbeitern habe. Ziel ist, das Vertrauen der Senioren in die Bank zu erschüttern. Es sei auch schon vorgekommen, dass während des Telefonats ein angebliches Gespräch von Tätern vorgespielt wird.

„Die ‘echte’ Polizei fordert Sie niemals auf, Banküberweisungen oder Bargeldabhebungen durchzuführen, um Ermittlungen zu unterstützen“, betont Richter und rät Betroffenen, sich unbedingt Angehörigen anzuvertrauen und die richtige Polizei über die Zentrale zu informieren.

In letzter Zeit haben sich die Betrüger auch als Staatsanwälte, Bankmitarbeiter oder andere Amtspersonen ausgegeben.

VON SANDRA HACKENBERG

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