Bundesweit wird gegen einen Syrer ermittelt, der auch in Uelzen praktizierte

Der falsche Arzt

Uelzen. Er hat die Vertretung von Ärzten im Landkreis Uelzen übernommen, wenn diese im Urlaub weilten. Er soll Bereitschaftsdienste übernommen haben und diverse Staatsanwaltschaften im gesamten Bundesgebiet ermitteln gegen ihn – doch offenbar weiß niemand, wo Achmed M.

jetzt steckt. Ebenso wenig scheint bekannt, was ihn als Arzt qualifizieren soll. Der 72-jährige Syrer scheint ein Phantom zu sein. Und sein Fall legt die Schwächen des Vertretungsprinzips der Ärzteschaft im Landkreis Uelzen schonungslos offen.

In einer „dringenden Mitteilung“ warnt die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) die Uelzener Ärzteschaft eindringlich davor, sich von dem vermeintlichen Kollegen aus Syrien vertreten zu lassen.

„Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Herr M., auch wenn er gegebenenfalls Dokumente über eine angebliche Berechtigung zur Ausübung der ärztlichen Tätigkeit vorlegt, (...) nicht berechtigt ist, heilkundlich tätig zu sein“, betont der Lüneburger KVN-Geschäftsführer Oliver Christoffers in diesem Rundschreiben.

Das Dilemma der Kassenärztlichen Vereinigung: Sie weiß gar nicht genau, wie häufig Achmed M. Patienten im Kreis Uelzen behandelt hat. Denn die Ärzte organisieren ihre Vertretung im Regelfall selbst. „Darum kümmern sich die Kollegen in Eigenregie und finden Vertreter häufig auch übers Hörsagen“, schildert Christoffers. [...]

Von Thomas Mitzlaff

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