Virtuelle Klassenräume stehen bereit

Für den Fall des nächsten Lockdowns: Stadt Uelzen hat ihre Schulen technisch aufgerüstet

Die Hansestadt Uelzen ist noch dabei, den tatsächlichen Bedarf an digitalen Endgeräten wie Tablets für Schüler zu ermitteln.
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Die Hansestadt Uelzen ist noch dabei, den tatsächlichen Bedarf an digitalen Endgeräten wie Tablets für Schüler zu ermitteln.

Uelzen – Vor dem Start des neuen Schuljahres in der kommenden Woche hat die Hansestadt Uelzen für ihre acht Grundschulen die technischen Vorbereitungen getroffen, sodass bei hohen Infektionszahlen Lehrer ihre Schüler per Internet betreuen könnten.

Wie Stadtsprecherin Sandy Naake erläutert, gebe es nun für die Bildungseinrichtungen Schulserver. Über sie können beispielsweise Lehrer online Aufgaben stellen, die dann von Schülern abgerufen werden können. Auch Videochats und Videokonferenzen sind damit denkbar. Die Technik stehe allen Grundschulen nun zur Verfügung, teilt Naake mit.

Ein Unterricht in digitaler Form soll dann stattfinden, wenn die Infektionszahlen auf ein bestimmtes Niveau steigen und Schulen womöglich wieder geschlossen werden – so sieht es ein Modell des niedersächsischen Kultusministeriums vor (siehe Zum Thema). In der nächsten Woche zum Schuljahresbeginn soll zunächst mit einem Regelbetrieb gestartet werden.

Für eine Online-Betreuung der Schüler sind aber nicht nur Schulserver erforderlich. Benötigt werden auch digitalen Geräte wie Tablets und Laptops, mit denen die Schüler Zugriff auf virtuelle Klassenräume haben, in denen sie ihre Aufgaben abrufen. Und nicht in jeder Familie sind die finanziellen Mittel vorhanden, um sich solche Geräte anzuschaffen. So sollen von der Hansestadt Uelzen Geräte zur Verfügung gestellt werden.

Eine Abfrage in den Familien zu Beginn der Sommerferien hat nach Angaben von Stadtsprecherin Sandy Naake ergeben, dass 261 Grundschüler Bedarf an einem Gerät haben könnten. Es sind Schüler, die zur Unterstützung Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket bekommen. Wie Naake sagt, müsse diese Zahl noch mit dem tatsächlichen Bedarf abgeglichen und damit konkretisiert werden.

Die digitalen Geräte kosten. Die Stadt will für die Anschaffung Mittel aus dem „Sofortausstattungsprogramm für mobile Endgeräte“ des Bundes nutzen. Es ist 500 Millionen Euro schwer. Nach dem Verteilungsschlüssel stünden der Hansestadt rund 65 000 Euro zu, hatte zuletzt Uelzens Erster Stadtrat Florian Ebeling berichtet. Laut Sandy Naake sind diese Mittel aus dem Bundesprogramm bereits beantragt worden. Sobald feststünde, wie viele Endgeräte tatsächlich benötigt werden, werde die Stadt in die Beschaffung gehen. Den Schülern seien dann noch die Zugangsdaten mitzuteilen und gegebenenfalls Lehrkräfte geschult werden. VON NORMAN REUTER

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