Nach einer Stunde fällt im Verfahren die Entscheidung

Fall fürs Uelzener Amtsgericht: Schlüsselwurf nach Liebes-Zerwürfnis

An der Haustür wurde es sehr emotional, hier ein Symbolbild. Jetzt sahen sich die Expartner vor Gericht wieder.
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An der Haustür wurde es sehr emotional, hier ein Symbolbild. Jetzt sahen sich die Ex-Partner vor Gericht wieder.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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Einst waren die beiden ein Paar, in dieser Woche sahen sie sich vor Gericht wieder: Geklärt werden sollte dort, ob die Rückgabe von Wohnungsschlüsseln nach der Trennung derart eskalierte, dass der frühere Lebensgefährte einer 24-Jährigen eine Platzwunde davontrug. Der jungen Frau wurde von der Staatsanwaltschaft vorgehalten, sie habe die Schlüssel in einem Etui so geworfen, dass diese den Ex-Partner am Kopf trafen.

Uelzen ‒ Emotional ging es in jedem Fall zu. Die 24-Jährige sagt vor Gericht aus, sie habe eine Nachricht des Ex-Partners aufs Handy bekommen, dass sie die Schlüssel zu dessen Wohnung zurückgeben solle. Diese nur in den Briefkasten zu werfen, sei für sie nicht infrage gekommen. Sie habe sichergehen wollen, dass ihr Ex sie auch in jedem Fall erhalte. Sie fuhr hin – und an der Wohnungstür wurde es laut. „Es ist alles wieder hochgekommen in diesem Moment“, sagt die Frau. Sie habe kein Verständnis dafür, dass er herumerzählt habe, sie habe ihn nur ausgenutzt. Entsprechendes habe sie ihm vorgehalten.

Ja, sie habe die Schlüssel durch die geöffnete Tür geworfen – aber in Richtung der Schuhe, die im Flur gestanden hätten. „Da war sein Kopf nicht“, sagt die 24-Jährige.

Im Verfahren kommt zur Sprache, dass das Verhältnis der beiden auch schon während der Beziehung nicht ungetrübt war. Eine Betreuerin berichtet: Die 24-Jährige soll geschlagen worden sein. „Sie hat Panikattacken seitdem.“ Der Ex-Partner habe auch erwähnt, sich selbst zu verletzten, sollte sie ihn verlassen. Die 24-Jährige erklärt gegenüber dem Gericht, dass sie Angst habe, ihren Ex-Partner wiederzusehen. Vor dessen Aussage nehmen zwei Justizbeamte im Gerichtssaal Platz.

Der frühere Lebensgefährte sagt aus, dass nach der Trennung die Schlüsselrückgabe ein Thema gewesen sei, aber für ihn sei es überraschend gewesen, seine Ex-Freundin an diesem Tag an seiner Tür anzutreffen. „Da ging auch gleich das Gezeter los.“ Schließlich habe er etwas Hartes am Kopf gespürt und wahrgenommen, dass er blute, sagt der 38-Jährige. Er habe die Polizei angerufen und sei im Klinikum behandelt worden. Auf Nachfrage des Staatsanwaltes sagt der 38-Jährige: Er habe weder eine Schlag- noch Wurfbewegung seiner Ex-Freundin gesehen.

Angesichts der Aussagen kann das Gericht auch eine fahrlässige Körperverletzung nicht ausschließen. Das Verfahren wird eingestellt – ohne Auflagen.

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