Nordzucker-Werk erwartet 1,8 Millionen Tonnen

900 Fahrzeuge jeden Tag: Ab Dienstag rollen die Rübenlaster nach Uelzen

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In vier Bundesländern werden Rüben geerntet und zur Uelzener Zuckerfabrik transportiert: Im hiesigen Werk rechnet man mit insgesamt 1,8 Millionen Tonnen. Der kalte März und April hatte zu einem verzögerten Wachstum der Rüben geführt.

Uelzen. Das Uelzener Nordzucker-Werk startet am kommenden Dienstag wieder seine Produktion der süßen Kristalle. 18 500 Tonnen Zuckerrüben werden dann täglich bis voraussichtlich zu den Weihnachtsfeiertagen verarbeitet.

Mit etwas mehr als 90 Tagen fällt die anstehende Rübenkampagne kürzer als in den Vorjahren aus.

Geschuldet ist die kürzere Produktionszeit großen Lagerbeständen bei Nordzucker, auf die reagiert wurde. So hat das Unternehmen in diesem Jahr weniger Rüben von Landwirten anbauen lassen. Wie Georg Sander, bei Nordzucker für die Rübenbeschaffung zuständig, erläutert, seien die Anbauflächen im Landkreis Uelzen und im Norden des Nachbarlandkreises Gifhorn um 23 Prozent reduziert worden.

Ungeachtet der geringeren Anbaumengen sind die Zahlen zur Kampagne gewaltig: 2467 Landwirte aus Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern werden Rüben nach Uelzen liefern. 900 Fahrzeuge werden dazu von montags 0 Uhr bis sonnabends 21 Uhr täglich das Werk im Industriegebiet „Im Neuen Felde“ ansteuern. Insgesamt rund 1,8 Millionen Tonnen an Rüben werden sie wohl bis zum Ende der diesjährigen Kampagne geliefert haben.

Das ist die Menge, die sich nach einem kalten Frühjahr, wie Sander sagt, von den bestellten Ackerflächen holen lässt. Die unterdurchschnittlichen Temperaturen nach der Aussaat im März/April hätten zum verzögerten Wachstum bei der Rübe geführt. Etwa 70 Tonnen pro Hektar könnten aller Voraussicht nach geerntet werden, so Sander. „Das entspricht knapp einer Durchschnittsernte. Wir sind zufrieden.“

Jeder Tag zählt noch, an dem Rüben weiter an Gewicht und Süße zulegen können. Letztere ist entscheidend dafür, wie viel Zucker letztendlich während der Kampagne produziert werden kann. Deshalb befinden sich die Rüben noch in der Erde und werden erst unmittelbar vor dem Abtransport geerntet. Nordzucker rechnet bei dem Süßegrad mit 18 Prozent Zucker je Rübe – ein Niveau, das dem der Vorjahre entspreche, sagt Sander.

Zur Verarbeitung der Feldfrüchte werden, darüber informiert Mathias Böker, seit diesem Frühjahr Werksleiter in Uelzen, rund 300 Mitarbeiter im Einsatz sein. Etwa 250 beschäftigt Nordzucker ganzjährig, weitere 45 Kräfte hat das Unternehmen für die am Dienstag startende Rübenkampagne zusätzlich eingestellt.

Von Norman Reuter

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