1. az-online.de
  2. Uelzen
  3. Stadt Uelzen

Uelzener Mietwagen-Betrieb stellt Insolvenzantrag – fährt aber weiter

Erstellt:

Von: Norman Reuter

Kommentare

Das Unternehmen Erlebach hat seinen Sitz an der Brettstraße in Uelzen. Die Pandemie als auch die gestiegenen Preise für Benzin und Energie haben nach Auskunft des vorläufigen Insolvenzverwalters für finanzielle Nöte gesorgt.
Das Unternehmen Erlebach hat seinen Sitz an der Brettstraße in Uelzen. Die Pandemie als auch die gestiegenen Preise für Benzin und Energie haben nach Auskunft des vorläufigen Insolvenzverwalters für finanzielle Nöte gesorgt. © Reuter, Norman

Das Mietwagen-Unternehmen Erlebach aus Uelzen ist in finanzielle Nöte geraten. Der Betrieb hat einen Insolvenzantrag gestellt.

Uelzen – Die weißen Autos mit der einprägsamen Rufnummer an den Seiten gehören zum Uelzener Stadtbild. Und wenngleich das Unternehmen Erlebach nun einen Insolvenzantrag gestellt hat, so wird es auch weiterhin Fahrgäste befördern. Das betont Sebastian Ludolfs, der vom Amtsgericht als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt worden ist. „Der Betrieb läuft weiter. Wagen können weiterhin geordert werden“, sagt er.

Für eine Zukunft des Unternehmens sei es nun auch bedeutsam, dass es nicht zum Einbruch der Fahrgastzahlen komme. Erlebach ist bereits seit mehreren Jahrzehnten in Uelzen ansässig. Seit Ende der 1990er-Jahre laufe der Betrieb in Form eines Mietwagen-Unternehmens, so Ludolfs.

Mietwagen-Betriebe, die Fahrgäste befördern, unterliegen, anders als Taxi-Unternehmen, die Teil des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs sind, keiner Betriebs-, Beförderungs- oder Tarifpflicht, wie von der Fachvereinigung „Taxi und Mietwagen“ im Gesamtverband Verkehrsgewerbe in Niedersachsen zu erfahren ist.

Ludolfs führt „externe Gründe“ dafür an, dass von Erlebach Verbindlichkeiten nicht mehr erfüllt werden konnten und letztlich der Insolvenzantrag gestellt wurde. Er nennt die Corona-Pandemie wie auch die deutlich gestiegenen Preise für Benzin und Energie in diesem Jahr.

2020 zu Beginn der Pandemie hatten Mano und Katja Erlebach gegenüber der AZ erklärt, dass die Corona-Krise das Unternehmen vor „große Schwierigkeiten“ stelle. Durch „gewaltige Umsatzeinbußen“ würden sich „extreme finanzielle Probleme“ ergeben.

14 Wagen sind im Einsatz. 33 Beschäftigte zählt zurzeit das Unternehmen. „Sie alle haben bisher ihren Lohn erhalten. Das ist sehr positiv“, so Ludolfs. Nun werde mit dem sogenannten Insolvenzgeld überbrückt. Die Geschäftsbetreiber hätten rechtzeitig den Gang zum Gericht angetreten, führt Ludolfs aus.

Im ersten Schritt gelte es, den Weiterbetrieb sicherzustellen. „Die Fahrer sollen an Bord bleiben. Die Wagen brauchen Sprit“, so Ludolfs. Im Folgenden gehe es darum, das Unternehmen so aufzustellen, dass es wieder auf sicherem Boden steht und die Verbindlichkeiten beglichen werden können. Dies könne aus dem Betrieb heraus oder auch mithilfe eines Investors geschehen.

Auch interessant

Kommentare