INTERVIEW Investor erklärt, warum er den Bau erwarb und wie es weitergeht

„Fahrplan“ fürs Schloss Holdenstedt steht an

Thies Boysen lebt in Hamburg, im Landkreis Uelzen betreibt er bereits ein Pflegeheim in Ebstorf.
+
Thies Boysen lebt in Hamburg, im Landkreis Uelzen betreibt er bereits ein Pflegeheim in Ebstorf.

Uelzen-Holdenstedt – Der 48-jährige Ökonom und Wirtschaftsethiker Thies Boysen hat mit seiner Firma DRB Immobilien GmbH das Schloss Holdenstedt erworben. Ein langwieriger Verkaufsprozess ging damit zu Ende.

Boysen betreibt sechs Pflegeheime in Norddeutschland, bezeichnet sich selbst als „musik- und kulturinteressiert“. Im Interview mit AZ-Redakteur Norman Reuter erklärt Boysen, warum er sich für den historischen Bau entschieden hat und wie es nun nach dem Kauf des Schlosses weitergeht.

Sie planen Wohn- und Pflegeplätze für Senioren auf dem Schlossgelände. Diese könnten auch auf der grünen Wiese entstehen. Warum aber haben Sie dafür das Schloss Holdenstedt und seine Parkanlage erworben? Ihnen sollen ja auch andere Objekte wie die frühere Veerßer Klinik angeboten worden sein.

Die Stadt hatte positive Bauvorentscheide für Baufelder im Parkbereich ausgewiesen und bei den Verkaufsverhandlungen kommuniziert.

Das fand ich attraktiv. Gerade im Zusammenspiel mit dem Schloss erscheint mir das ein tragfähiges Konzept für alle Seiten zu sein.

Fast sechs Jahre hat der Verkaufsprozess sich hingezogen. Wann haben Sie sich erstmals als potenzieller Käufer ins Spiel gebracht?

Ich bin letztlich in den letzten beiden Jahren dazugekommen und habe mich dann im Rahmen der Ausschreibung beworben.

Dann hat es ja auch lange gedauert bis zur Vertragsunterzeichnung. Warum diese lange Verhandlungszeit?

Das Schloss ist kein Einfamilienhaus beziehungsweise soll ja nicht so genutzt werden. Die Öffentlichkeit soll weiterhin viel Möglichkeit haben, im und am Schloss zu sein. Das erfordert viele Absprachen und damit auch Zeit.

Zum Ende hin wollte Armgard von der Wense einen Verkauf in letzter Minute noch mit einem Vorkaufsrecht verhindern. Was haben Sie in diesem Moment gedacht?

Frau von der Wense hätte gerne das Schloss im Rahmen des Vorkaufsrechts erwerben können – diesbezüglich hatte ich ja auch Kontakt zu ihr.

Der Landkreis Uelzen ist Ihnen nicht ganz unbekannt, Sie sind hier als Unternehmer schon unterwegs...

Wir betreiben die Residenz Rosengarten in Ebstorf seit nunmehr über vier Jahren.

Kritiker bemängeln, dass das Schloss nicht direkt an Sie, sondern an das Unternehmen DRB Immobilien GmbH ging. Das soll erst seit wenigen Jahren bestehen. Was können Sie den Kritikern dazu sagen?

Die Gesellschaft bin ich – das macht keinen Unterschied.

Das Schloss ist jetzt in Ihrem Besitz. Wann fangen Sie an mit Renovierungsarbeiten und dem Bau der Wohnplätze für Senioren?

Wir analysieren nun erstmal den Bestand und besprechen uns dann mit den Fachhandwerkern und den zuständigen Behörden über die dringenden baulichen Themen. Daraus entsteht dann ein Fahrplan.

Das Schloss war in den vergangenen Jahrzehnten Kulturstätte. Sie haben erklärt, dass es das auch bleiben soll. Wann ist wieder ein Konzert im Schloss zu erleben?

Dies hängt vom Fahrplan ab. Aber ich freue mich auch schon jetzt auf das erste Konzert in den Räumlichkeiten!

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare