Amtsgericht ermittelt gegen drei Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamts Uelzen

War es fahrlässige Tötung?

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Symbolfoto

aja Uelzen/Gifhorn. Vor dem Gifhorner Amtsgericht beginnt am Dienstag ein Strafprozess um den tragischen Tod eines Mitarbeiters des Wasser- und Schifffahrtsamtes Uelzen. Der 54-Jährige war Anfang Juli 2011 bei Böschungsarbeiten am Elbe-Seitenkanal ertrunken.

Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hildesheim war der Mann von der Strömung mitgerissen worden, nachdem seine Wathose mit Wasser vollgelaufen war.

Die Staatsanwaltschaft Hildesheim hat nach umfänglichen Ermittlungen drei Männer angeklagt, die gemeinsam mit dem Verunglückten am Vormittag des 4. Juli 2011 bei Instandsetzungsarbeiten an der Böschung des Kanals beschäftigt waren: Der Schiffsführer einer Mehrzweckfähre sowie der Führer eines auf der Fähre befestigten Arbeitskrans sowie der Vorarbeiter werden sich am vor dem Amtsgericht verantworten müssen. Angeklagt hat die Staatsanwaltschaft die drei Männer wegen fahrlässiger Tötung, weil sie davon ausgeht, dass der Tod des Mitarbeiters durch Fahrlässigkeit verursacht wurde.

Das Gesetz sieht für ein fahrlässiges Verschulden eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren in besonders schweren Fällen vor. Der Verunglückte, der dicht an der Fähre arbeitete, soll bei den Arbeiten nahe der Böschung übersehen worden sein. Durch die Bewegung des auf der Mehrzweckfähre befestigten Arbeitskrans habe sich der Wellengang verstärkt, woraufhin so viel Wasser in die Wathose des an der Böschung Stehenden geschwappt sei, dass er vom Gewicht des Wassers hinabgezogen und von der Strömung mitgerissen wurde, heißt es in der Anklage. Rettungskräfte konnten nach zweistündiger Suche direkt nach dem Unglück nur noch die Leiche des 54-Jährigen aus dem Elbe-Seitenkanal bergen.

Zu der auf einen Tag angesetzten Hauptverhandlung und Beweisaufnahme vor dem Einzelrichter hat das Amtsgericht sechs Zeugen geladen, teilt Amtsgerichtsdirektor Heinold Willers mit. Unter anderem wird auch der Leiter des Wasser- und Schifffamtes Uelzen als Zeuge vor Gericht erscheinen.

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