Fässer poltern über Platz Am Sande

Am Wochenende feiert Lüneburg Sülfmeistertage

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Bei den Sülfmeistertagen wird die Lüneburger Vergangenheit lebendig. Die Mannschaft, die das Fass am schnellsten über das Kopfsteinpflaster des Platzes Am Sande rollt, stellt den neuen Sülfmeister.

Lüneburg. Wenn Lüneburg mit einem dreitägigen Spektakel an seine große Geschichte erinnert, dann werden wieder Zehntausende Besucher erwartet. Die Sülfmeistertage vom 2. bis 4. Oktober sind die Neuauflage des Kopefests, das zum ersten Mal 1472 erwähnt wurde.

Damals lebte die Hansestadt vom Salz, unter den Pächtern der Siedepfannen wurde die Wahl des neuen Salinen-Meisters gefeiert. 2003 wurde diese Tradition wiederbelebt.

Wagemut, Schnelligkeit und Geschick sind bei den Wettspiele am Sonnabend, 3. Oktober, gefragt. Zehn verschiedene Mannschaften treten auf dem zentralen Platz Am Sande in unterschiedlichen Disziplinen gegeneinander an. Den Titel des „Sülfmeisters 2015“ holt die Mannschaft, die die Kope, ein großes Holzfass, am schnellsten über das Kopfsteinpflaster rollt.

Der neue Sülfmeister führt am Sonntag, 4. Oktober, ab 15 Uhr den traditionellen Umzug durch die Stadt an. Schon der Gottesdienst in der St. Michaelis-Kirche wird traditionell in historischen Kostümen abgehalten. Zahlreiche historisch gekleidete Lüneburger sowie der Rat der Stadt begleiten dieses Ereignis.

Der absolute Höhepunkt ist die Kopefahrt ab 15 Uhr. Der große Festumzug startet an den Lüneburger Sülzwiesen. Prächtige Festwagen, fantasievoll gekleidete Teilnehmer und viele Musikgruppen sind zu bewundern. Den Abschluss der Sülfmeistertage bildet die feierliche Verbrennung eines Kopefasses.

Mehr als 80 Gruppen und Mitwirkende waren im vorigen Jahr dabei. „Für den Umzug können sich noch Teilnehmer melden“, sagt Mirco Wenzel von der Lüneburg Marketing. „Wir suchen noch Festwagen, Musikgruppen und Kostümgruppen.“

Während der drei Festtage ist ein mittelalterlicher Sülfmeistermarkt mit Vagabunden, Gauklern und Wahrsagern rund um die St. Johanniskirche geöffnet. Dabei wird ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Musik, Theater und historischen Aufführungen geboten.

Anlässlich der Sülfmeistertage führt die Lüneburger Theatergruppe „Historica Lueneburgensis“ im Glockenhaus ihre Kopekomödie „Pfaffen, Witwen & andere Herrlichkeiten“ auf. In diesem fröhlichen Schwank aus der Renaissancezeit geht es drunter und drüber. Durch eine Verwechslung, Charakterstärke und Gottes Segen endet jedoch alles am Ende gut.

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