Der Zug fährt in Richtung Norden

Landkreis Uelzen oder Lüneburg? Archivfoto: Ph. Schulze

Bienenbüttel - Von Marc Rath. Die aufkeimende Diskussion in der Landespolitik um Fusionen auf Kreisebene ruft jetzt auch die Kommunalpolitische Alternative (KA) in Bienenbüttel auf den Plan, ihre Initiative für eine "Umkreisung" der Einheitsgemeinde wieder auf die politische Tagesordnung zu setzen.Die Idee einer Prüfung der Vor- und Nachteile eines Wechsels gen Lüneburg war voriges Jahr wieder in der Schublade verschwunden, da es klare Signale aus dem Innenministerium gab, dass es vom Land keine Zustimmung für eine weitere Schrumpfung des ohnehin einwohnerschwachen Landkreises Uelzen gibt. Nunmehr ist die Diskussion für den KA-Fraktionschef Hans-Jürgen Franke "wieder offen". Mehr noch: Sie sei "aktueller denn je".

Im Falle einer Fusion mit Lüchow-Dannenberg gerate Bienenbüttel "in einen Sog einer völlig falschen Ost-Ausrichtung", fürchtet er. Die Wählergemeinschaft will daher mit der vergleichenden Untersuchung "einen allerersten Schritt direkt vor Ort" unternehmen.Die KA sieht die Gemeinde im Kreis Uelzen weiterhin an den Rand gedrängt: Die Debatte für einen Anschluss an den Hamburgischen Verkehrsverbund (HVV) habe sich festgefahren, die bildungspolitischen Entscheidungen im Landkreis – der Ort hat keine weiterführende Schule – seien in keiner Weise zufriedenstellend und nunmehr gebe es auch die Absage an den Neubau einer Sporthalle, listet Franke auf."Der Zug fahrt für Bienenbüttel in Richtung Norden", ist der KA-Fraktionsvorsitzende überzeugt. Die gesundheitliche Versorgung in der Region Lüneburg, die Verkehrsanbindung und das schulische Angebot sprächen für einen Wechsel. Eine enge Einbindung in die Metropolregion Hamburg sichere die Zukunft der Gemeinde."Möglichst bald" müssten die Vor- und Nachteile ausgearbeitet und mit den Bienenbüttelern offen diskutiert werden, betont Franke: "Wir sollten uns von einer von oben kommenden Diskussion nicht überrollen lassen und gut vorbereitet in eine Diskussion zur Gebietsänderung hineingehen."Für Bienenbüttels Bürgermeister Heinz-Günter Waltje (CDU) kommt dieser Vorstoß "zu einer Unzeit". Die Gemeinde sei gerade dabei, engere Verknüpfungen mit Uelzen herzustellen. Ein Kreiswechsel bedeute auch "keinen Automatismus" für einen HVV-Beitritt, den es "nicht zum Nulltarif" geben werde, warnt er.Diesen Artikel können Sie im Netz direkt kommentieren:Landkreis Uelzen oder Lüneburg? Archivfoto: Ph. Schulze

Erschienen: 02.05.2009: AZ / TZ / Seite:7

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