Veranstalter brechen 24-Stunden-Roller-Rennen in Hanstedt II nach Unwetter vorzeitig ab

Extremsport bei Extremwetter

Einen rasanten Wettstreit lieferten sich die Fahrer beim 24-Stunden-Roller-Rennen in Hanstedt. Doch schon wenige Stunden nach dem Start führten Sturm, Gewitter und Starkregen zum Abbruch der Veranstaltung. Fotos: Jansen

Uelzen-Hanstedt II. Der Startschuss fiel am Freitagabend bei Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen. Doch wenige Stunden später tobten Sturm, Gewitter und Wolkenbruch und machten die Strecke unberechenbar.

Deshalb wurde das eigentlich für 24 Stunden angesetzte Roller-Rennen auf einem Stoppelfeld in Hanstedt II am frühen Samstagmorgen vorzeitig abgebrochen. Dafür hatten sich 14 der insgesamt 23 Teams angesichts der Schlammschlacht auf der Strecke ausgesprochen.

Gute Miene zum schlechten Wetter: Die Teams ließen sich von den Regengüssen die Laune nicht verderben.

„Das war trotzdem eine Super-Party“, tröstete Axel Worthmann die Roller-Teams. „Das Rennen soll Spaß machen“, ergänzte Mitveranstalter Torsten Eickhof, „keinesfalls darf es gefährlich werden.“ Und so trugen alle Beteiligten einen gemeinsamen Sieg davon – nicht nur sportlich: Das Wetter schweißte die Motorrollerfahrer, die Unterstützer ihrer Teams und die vielen Helfer aus der Dorfgemeinschaft Hanstedt II, der Freiwilligen Feuerwehr sowie des THW Uelzen und Lüneburg auch zusammen. Sie verbrachten eine Nacht auf dem Stoppelfeld unter den Windrädern – mit Musik und Gegrilltem.

Dass das Wetter so extrem werden würde, das ahnte die Mannschaft „The Eight Team“ kurz vor dem Start bei 30 Grad im Schatten noch nicht. „Gute Vorbereitung ist der halbe Sieg“, hieß es da aus den Reihen des Teams, deren Mitglieder mit dem Spaten einen Graben rund um ihr Zelt aushoben. Im vorigen Jahr hatte der Regen das Zelt, das Unterkunft und Werkstatt zugleich war, völlig überschwemmt. „Das passiert uns dieses Jahr nicht“, erklärten die neun „Hobby-Schrauber“ aus Emmendorf entschlossen. Doch dann kam der große Regen.

Die Folgen des Unwetters: Einige Autos und Wohnwagen mussten von einem Trecker aus dem Schlamm gezogen werden.

Andere Teams hatten ihren Motorroller mit einem zweiten Gaszug ausgestattet, „falls der erste, wie letztes Jahr passiert, schon während der ersten Runden reißt“. Einige Mannschaften sicherten zudem den Motor ihre Roller mit einem Filter aus einem Staubsauger gegen den Streckenstaub. Doch den Wassermassen, die das einbrechende Unwetter am späten Abend bescherte, hatten nur wenige Teams etwas Wirksames entgegenzusetzen. Wer am Freitagnachmittag noch im Schweiße seines Angesichts seine Unterkunft hergerichtet hatte, dem lief schon wenige Stunden später das Wasser in Nacken und Moped-Stiefel. Deshalb beschloss die Rennleitung am Sonnabend um 2.30 Uhr, das Rennen zunächst zu unterbrechen.

Zeit genug für Reparaturen, dachte sich da das „Beta Racing Team Westerweyhe“. Die gebrochene Sitzbank richten, die Bowdenzüge erneuern und den Motor von Wasser und Schlamm befreien – das hatte sich das Team vorgenommen. Während Ersatzteile und Werkzeuge von einem Zelt zum anderen wanderten, die versierten „Schrauber“ Erfahrungen, Tipps und Tricks austauschten, hofften alle Teilnehmer Stunde um Stunde, dass das Rennen am Morgen weitergehen konnte.

Doch bevor Hendrik Koch mit dem Trecker begann, die einzelnen Wohnwagen aus dem Schlamm zu ziehen, teilte die Rennleitung mit, dass der Rundenstand acht Stunden nach dem Start keinen Sieger hervorgebracht habe und das Rennen beendet sei. Die Teilnehmer sagten jedoch zu, trotzdem jederzeit wieder beim 24-Stunden-Roller-Rennen starten zu wollen – frei nach dem Motto, „dabei sein ist alles.“

Von Angelika Jansen

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