Unbekannte versuchen, Geldautomaten in Wriedel und Unterlüß zu sprengen

Explosionen in zwei Banken

+
Mieter Michael Schulz bekommt gar nichts mit von der Gefahr durch die Explosion in der Sparkassen-Filiale Wriedel: „Da war Qualm ohne Ende. Ich dachte, das brennt bei mir“, erzählt der 41-Jährige der AZ.

Wriedel/Unterlüß. Vor verschlossener Tür stehen gestern Morgen die Kunden der Sparkasse in Wriedel. Kein Geld aus dem Automaten, kein Gespräch mit dem persönlichen Sachbearbeiter – dafür quillt immer noch giftiger Qualm aus der geöffneten Seitentür des Gebäudes.

In den frühen Morgenstunden, zwischen 3 und 3. 40 Uhr, haben Unbekannte versucht, den Geldautomaten zu sprengen. An das Geld kamen sie nicht heran.

Es war vermutlich ihr zweiter Versuch. Die Polizeiinspektion Celle meldet, dass nachts gegen 2.40 Uhr ebenfalls ein Geldautomat in Unterlüß gesprengt wurde, auch dort, ohne an die begehrten Scheine zu gelangen. Ein Zeuge nahm einen Knall wahr und sah aus der Volksbank Rauch entweichen. Gleichzeitig bemerkte er ein dunkles Auto, das vor dem Geldinstitut in der Müdener Straße gestanden hatte. Es brauste mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Faßberg davon. In Wriedel hörte Mieter Michael Schulz im Obergeschoss ein Knacken. Die Täter hat niemand beobachtet.

„Es ist immer die gleiche Machart“, erklärt Volker Schäfer von der Zentralen Kriminalinspektion Lüneburg, die den Fall übernommen hat. „Die Täter haben vorher augenscheinlich den Geldausgabeschacht ausgehebelt und mit Hilfe von Schläuchen Gas und Sauerstoff eingeleitet“, weiß der Erste Kriminalhauptkommissar. Über ein Kabel wurde dann von außen gezündet. Letztlich reichte die Wucht der Explosion nicht aus, um den Automaten aufzureißen.

Trotzdem gingen die Täter ein großes Risiko ein, meint Schäfer. Nicht nur sie selbst hätten hochgehen können, auch Mieter Schulz war in akuter Gefahr. Die Polizei beziffert den Schaden in der Sparkassen-Filiale auf etwa 50 000 Euro. Dicker Qualm waberte durch den Schalterraum, als die Feuerwehr unter Atemschutz eindrang. Eine schwärzliche Rußschicht von den verschwelten Kunststoffteilen und Kabeln überzieht alle Oberflächen. Die Filiale Wriedel bleibt bis auf Weiteres geschlossen, die Kunden werden an die Sparkasse in Ebstorf verwiesen.

Auch anderswo knallen die Automaten. Ähnliche Taten im Wesergebiet beschäftigen die Polizei in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Vor ein, zwei Jahren gab es eine Serie von Automatensprengungen in der Nordheide und Bremen. Einen Zusammenhang sieht Schäfer nicht: „Das sind andere Tätergruppen.“

Welche Spuren am Tatort in Wriedel gefunden wurden und was die Bilder der Überwachungskameras zeigen, darüber schweigt er aus ermittlungstaktischen Gründen.

Der komplette Artikel steht heute in der gedruckten sowie auch in der digitalen Ausgabe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare