Haftantritt in der JVA Uelzen unsicher

Gröning schwer gestürzt: Ex-SS-Mann im Krankenhaus

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Vier Jahre Haft soll Oskar Gröning in der JVA Uelzen absitzen. Ob er diese jemals antritt, ist unsicher.

stk Uelzen. Die Presse nannte ihn den Buchhalter von Auschwitz. Das Landgericht Lüneburg verurteilte ihn 70 Jahre nach Kriegsende zu vier Jahren Haft wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 300.000 Fällen.

Oskar Gröning

Doch ob Oskar Gröning tatsächlich seine Haft in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Uelzen antreten wird, ist alles andere als sicher. Wie die BZ aus Berlin berichtet, befand sich der 96-Jährige im Krankenhaus, als die Staatsanwaltschaft Lüneburg sein Gnadengesuch ablehnte.

Laut dem Pressebericht ist der betagte Verurteilte vor zwei Wochen in seinem Haus in Schneverdingen schwer gestürzt. Dabei sei er zwischen Heizkörper und Fenster steckengeblieben, sodass er sich aus eigener Kraft nicht befreien konnte. Per Hausnotruf habe er Hilfe gerufen. Im Krankenhaus sei Gröning wegen seiner Verbrennungen Haut transplantiert worden.

Von seinem Anwalt Hans Holtermann gibt es zum Gesundheitszustand des Verurteilten keine Auskunft. Auch die zuständige Staatsanwaltschaft Hannover gibt sich zugeknöpft. Nur so viel: Gröning hat die Aufforderung zum Haftantritt noch nicht erhalten. „Bisher ist keine Ladung rausgegangen“, teilt Behördensprecherin Kathrin Söfker mit.

Grönings Anwalt hatte zuvor versucht, einen Haftantritt unter Verweis auf seinen Gesundheitszustand zu verhindern. Der Bundesgerichtshof und das Bundesverfassungsgericht lehnten seine Klagen ab. Die Verfassungsrichter hatten die JVA Uelzen ins Gespräch gebracht. Hier gebe es eine hauptamtliche Ärztin und ausgebildetes Sanitätspersonal.

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