Von Spekulatius bis Marzipankartoffeln – Discounter läuten Adventszeit ein

Und ewig lockt der Stollen

Spekulatius und Stollen liegen seit kurzem in Supermärkten aus. Und sie finden sogar Käufer, meinen die Händler. Fotos: Petersen

Uelzen. Kaum neigt sich der Sommer dem Ende zu, beginnt sie wieder – die Weihnachtssaison. Zumindest in zahlreichen Discounterfilialen in Stadt und Landkreis Uelzen.

Denn während sich das Quecksilber am Wochenanfang noch einmal nahe der 30-Grad-Marke bewegt, stapeln Angestellte im Großhandel den Christstollen gleich palettenweise neben Sonnencremes und Schnorchelsets.

„So etwas kaufe ich aus Prinzip noch nicht“ ,beschwert sich eine Kundin. „Das ist viel zu zeitig“, schließt sich eine weitere an. Und gibt zu bedenken, dass das verfrühte Weihnachtssortiment den Kindern die Freude auf das Fest nehme. Ein Netto-Kunde erzählt, er habe erst kürzlich in einem anderen Geschäft den ersten Glühwein gesichtet.

Diese und weitere saisonspezifischen Naschereien – da sind sich alle einig – seien frühestens gegen Ende Oktober, Anfang November wieder genießbar.

Lohnt der vorzeitige Handel mit Spekulatius, Marzipan und Lebkuchen also überhaupt? Norman Federmann, Filialleiter einer Uelzener Penny-Filiale, bejaht diese Frage. „Sobald das begehrte Naschwerk die Regale füllt, findet es auch Abnehmer.“ Im Laufe dieser, spätestens der folgenden Woche werde auch sein Geschäft mit den besagten Süßwaren ausgestattet. Dann allerdings im großen Stil: Vom Stollen bis zum Schokoladenweihnachtsmann – dem Kunden werde es an nichts fehlen.

Uwe Wolff hingegen setzt als Inhaber zweier Edeka-Märkte bei der Sortimentausstattung auf ein weniger radikales Vorgehen. Hier wird das klassische Weihnachtsgebäck zwar bereits veräußert, das vollständige Angebot jedoch erst im Oktober in den Verkauf genommen.

„Tatsächlich beginnt das Weihnachtsgeschäft jedes Jahr früher“, bestätigt Wolff. „Die Schokoladenfiguren bestelle ich erst zu Ende Oktober, erhalte sie jedoch deutlich zeitiger. Für mich persönlich viel zu früh!“

Dass nun ausgerechnet ein Protagonist der Adventszeremonie – der Schokoladenweihnachtsmann – derzeit noch nicht zu kaufen ist, spricht einen rein praktischen Aspekt an: Ramona Schlese, stellvertretende Filialleiterin vom Edekamarkt Meyer in Bad Bevensen, erklärt, dass diese Produkte sehr empfindlich seien und bei einem jetzigen Transport ohne Kühlung in Gefahr liefen, Schaden zu nehmen. Man beachte die Temperaturen...

Doch auch wenn die derzeitige Produktumstellung noch überwiegend kritisch beäugt wird, kosumiert wird wie immer fleißig: „Die Kunden, die am meisten schimpfen“, spricht Schlese aus Erfahrung, „stürzen sich meist als erstes auf die Dominosteine.“ Ob männlich, weiblich, jung oder alt, auch wenn sich noch kaum jemand zu seiner Vorliebe für diese Süßwaren bekennen mag, es gibt sie, die Kundschaft, die früher auf den Geschmack gekommen ist.

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