„Europa ist eine Erfolgsgeschichte“

Bürgermeister Otto Lukat (links) erhielt vom Leiter der Regierungsvertretung Lüneburg, Harald Ottmar, bei der Eröffnung des EU-Infopoints unter anderem eine Europafahne.

Uelzen - Von Bernd Schossadowski. Etwa 200 Schüler aus den beiden Uelzener Gymnasien und den Berufsbildenden Schulen I und II, dazu drei Abgeordnete des Europa-Parlaments und zahlreiche geladene Gäste: Es war ein bunter Besucher-Mix, der jetzt im Ratssaal der Uhlenköperstadt zusammenkam. Offiziell galt es, den neuen EU-Infopoint zu eröffnen, der ab sofort im Rathaus-Foyer detaillierte Auskünfte über Europa bietet. Doch wenn gleich drei heimische EU-Politiker zu Gast in Uelzen sind, nutzten die Schüler diese Chance natürlich, um das Trio auch ausgiebig zu befragen.

Was halten Sie eigentlich von einer Frauenquote in den Führungsetagen der Wirtschaft? Das wollten die Jugendlichen zuallererst von Gesine Meißner (FDP), Burkhard Balz (CDU) und Bernd Lange (SPD) wissen. Von den Befragten gab es ein 2:1 für die Frauenquote – nur Balz scherte dabei aus.

Warum wird die Türkei nicht in die EU aufgenommen? So lautete eine weitere Frage der Schüler. Hier sprachen sich alle drei Politiker dafür aus, zunächst weiter mit dem Land zu verhandeln, das seit 1999 Beitrittskandidat ist. Und wie finden die Drei das neue Mediengesetz in Ungarn? Da gab es keine zwei Meinungen: Meißner, Balz und Lange verurteilten die von der ungarischen Regierung beschlossenen Einschränkungen der Pressefreiheit ausdrücklich. „Das Gesetz ist ein Skandal“, empörte sich Lange.

Die Schüler zeigten sich sehr an Europa interessiert – das wurde bei der Fragerunde deutlich. Und wenn sie noch mehr über die 500 Millionen Einwohner zählende Staatengemeinschaft erfahren wollen, steht ihnen mit dem neuen Infopoint nun eine ergiebige Quelle zur Verfügung. Die rund 1,80 Meter hohe, drehbare Säule hat Griff-Fächer, in denen sich kostenlose Flyer und Broschüren des Informationsdienstes „Europe Direct“ befinden: zum Beispiel über die politischen Institutionen der EU, aber auch über das Leben, Arbeiten, Lernen und Studieren im Ausland.

„Wir wollen damit unseren Bürgern einen direkten Zugang zu Europa-Informationen geben“, sagte Bürgermeister Otto Lukat bei der Eröffnung des Infopoints durch die Stadt Uelzen und die Regierungsvertretung Lüneburg. Es ist bereits der vierte seiner Art im Landkreis Uelzen – weitere stehen in Bad Bodenteich, Ebstorf und Bad Bevensen – und der insgesamt 31. im ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg.

Welchen Stellenwert die europäische Freundschaft für Lukat besitzt, machte er in seiner Ansprache deutlich. „Europa ist für mich eine Erfolgsgeschichte“, bekräftigte er. Denn Europa habe „uns mehr als 65 Jahre des Friedens gebracht“. Der Wohlstand Deutschlands beruhe auf der gemeinsamen Wirtschaftsunion. Doch auch wenn die europäische Einigung für die meisten Bürger inzwischen Normalität geworden sei, gelte es, daran zu arbeiten, „dass die positiven Dinge nicht vergessen werden und das Ganze mit Engagement weiterentwickelt wird“, appellierte Lukat vor allem an die jungen Zuhörer im Ratssaal.

Das unterstrich auch Harald Ottmar, Leiter der Regierungsvertretung Lüneburg. „Wir wollen helfen, das Gestalten von Europa voranzutreiben“, erklärte er. Mit den vielfältigen Flyern und Broschüren am neuen Infopoint solle die Beteiligung an Europa gefördert werden, aber auch der gemeinsame Gedanke weitergetragen werden.

Dass europäische Interessen aber nicht an den Außengrenzen des Kontinents enden, zeigte sich in den Fragen der Schüler an die drei Politiker. Die jungen Leute wollten wissen, was die EU tun könne, um der Demokratie-Bewegung in Ägypten zu helfen. Hier setzen Meißner, Balz und Lange sowohl auf offizielle Gespräche der europäischen Staatengemeinschaft mit Ägyptens Regierung als auch auf den direkten Kontakt ihrer Parteien mit den Menschen vor Ort.

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