CDU-Vorschlag: Sponsoren zahlen für Bau / Schnelle Planung beantragt

200 Euro pro Radweg-Meter

Radwege mit Bandenwerbung: Vielleicht wird diese Fotomontage bei gesponserten Bauprojekten bald Realität. Foto/Montage: Ph. Schulze/Kamin

Uelzen-Klein Süstedt. 200 Euro pro Meter: Viele Klein Süstedter würden für einen Radweg an der Kreisstraße 8 nach Hansen selbst in die Tasche greifen. Die ersten hundert Meter könnten von den Bürgern des Ortsteils gesponsert werden, bilanziert CDU-Ratsherr Hans-Jürgen Heuer.

Eine Liste für Interessenten, die einen Abschnitt zu je 200 Euro erwerben möchten, ist bereits im Umlauf, es hätten sich bereits Personen gemeldet, die sich beteiligen würden. Er und Dieter Schwutke aus dem CDU-Ortsverband hatten kurz vor der Kommunalwahl angekündigt, die ersten Meter zu übernehmen – für den Fall, dass eine Finanzierung über öffentliche Kassen in den nächsten Jahren nicht möglich ist. Mit Hilfe des Fördervereins „Radweg Kl. Süstedt e.V.“ sollte dann das Sponsoring betrieben werden. Diese Gründung werde aber zurückgestellt, bis klar ist, ob die Stadt in Vorleistung für den Bau tritt.

Rund 250 000 Euro wird der Radwege-Bau kosten, davon 100 000 Euro die Planungen. Stadt und Landkreis müssten sich die Kosten teilen. Da der Kreis das Projekt voraussichtlich nicht vor 2015 realisiert, hat die CDU-Stadtratsfraktion beantragt, dass die Stadt die Kosten in den Haushalt 2012 einstellt. Die CDU regt dazu an, Gelder aus dem Verkauf des ehemaligen Wochenmarkt-Geländes für den Bau nutzen, dem müsste die Kommunalaufsicht allerdings zustimmen.

Der Verwaltungsausschuss der Stadt Uelzen beschäftigt sich am kommenden Montag mit dem Antrag. „Ich gehe davon aus, dass sich dem Antrag sicherlich alle anschließen werden und das Projekt zumindest in die Haushaltsplan-Beratungen eingestellt wird“, sagt Stefan Hüdepohl, Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion. Allerdings sei auch für ihn fraglich, ob der Radweg 2012 realisiert werden kann, aber die Planung und die Verhandlungen mit Landwirten sollten im kommenden Jahr geschehen. Vielleicht könnten auch Unternehmen in die Finanzierung mit einsteigen.

Seit mehr als vier Jahren fordern die Einwohner vor Ort einen Radweg, da auf der etwa 1,5 Kilometer langen Strecke an der Kreisstraße 8 zwischen Hansen und Klein Süstedt viele Kinder und Jugendliche unterwegs sind. Ein Autounfall Ende Juni, bei dem eine 16-jährige Radfahrerin verunglückt war, hatte die Diskussion erneut angeheizt. Der Klein Süstedter Ortsrat hatte im Juli einen Antrag für den baldigen Bau des Radweges eingereicht. Ortsbürgermeisterin Brigitte Schufmann schlug auch vor, notfalls über ein Sponsoring nachzudenken (AZ berichtete).

Herwig Maaß, Mitglied des SPD-Ortsvereins Holdenstedt und Klein Süstedt, sieht vor allem den Landkreis in der Pflicht. „Natürlich können wir in Vorleistung gehen“, sagt er, „aber es ist doch so, dass der Landkreis die Unterhaltung übernehmen muss.“ Wenn nun ein Radweg mit qualitativ weniger hochwertiger Oberfläche, aber dafür kostengünstiger gebaut werde, sei der Landkreis nicht bereit dazu. Und über die Anfrage der SPD im Kreistag, die Einnahmen aus Blitzanlagen für Projekte wie den Radwegebau zu verwenden, sei noch nicht entschieden worden, kritisiert Maaß.

Von Diane Baatani

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