Ukraine-Engagement der Stadtwerke beschäftigte erstmals ein Gericht

AZ-Blitz: 50 000 Euro für Ex-Betriebschef?

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Das defizitäre Landwirtschaftsprojekt der Stadtwerke Uelzen beschäftigte heute das Landgericht Lüneburg.

Große Mengen gestohlener Kraftstoff, aus Fahrzeugen wurden Navigationsgeräte ausgebaut - der neue Geschäftsführer der SBE Ukraine, Dr. Gert Sieger, ist bei dem Landwirtschaftsprojekt der Stadtwerke Uelzen in dem osteuropäischen Land offenbar auf katastrophale Zustände gestoßen.

Am heutigen Dienstag schilderte Sieger vor dem Landgericht Lüneburg einige der Probleme. Die SBE, an der die Stadtwerke Uelzen als Gesellschafter 50 Prozent halten und die das Landwirtschafts-Projekt in der Ukraine betreibt, war von dem bisherigen Leiter des Landwirtschaftsbetriebs, Roman K. verklagt worden. Sieger hatte K. im Mai dieses Jahres fristlos gekündigt, Roman K. wollte noch knapp 100 000 Euro Nachzahlungen und Schadensersatz. Das Gericht schlug eine ordentliche Kündigung zum 31. Dezember und eine Zahlung von 49 700 Euro vor - Voraussetzung: Roman K. rückt den knapp 30 000 Euro teuren Firmenwagen heraus, den er noch immer fährt, und gibt auch einen Laptop zurück. Die SBE erbat sich eine Woche Bedenkzeit. Die Stadtwerke Uelzen haben bislang rund 5,5 Millionen Euro in das defizitäre Landwirtschaftsprojekt in der Ukraine gesteckt, das auch in diesem Jahr rund 1,5 Millionen Euro Verlust macht. Für das nächste Jahr braucht die SBE für die Bestellung der Ernte nochmals mindestens vier Millionen Euro. Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Donnerstagausgabe der AZ.

Von Thomas Mitzlaff

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