Riskantes Überholmanöver

Esterholzer Straße: Autos quetschen sich an Radlern vorbei

Im Bereich der Verkehrsinsel besteht ein Überholverbot, weil der Abstand zum Radler von 1,50 Meter nicht zu erreichen ist.
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Im Bereich der Verkehrsinsel besteht ein Überholverbot, weil der Abstand zum Radler von 1,50 Meter nicht zu erreichen ist.

Uelzen – Auto und Fahrrad trennten nur wenige Zentimeter. Von einem riskanten Überholmanöver an der Esterholzer Straße berichtet der Uelzener Jürgen Schweers im Gespräch mit der AZ, die sich in diesen Wochen mit Fragen zum Radverkehr beschäftigt.

Nach dem Kreisverkehr am Edeka-Markt trennt eine schmale Verkehrsinsel die Fahrbahnen in Richtung Innenstadt.

Für Radfahrer ist ein sogenannter Schutzstreifen angelegt worden. Als Jürgen Schweers ihn befuhr, quetschte sich im Bereich der Verkehrsinsel ein Auto an ihm vorbei. Und das auch nicht zum ersten Mal. Gefährlich sei das, meint Schweers. Er fragt sich aber auch, warum überhaupt in diesem Bereich Radfahrer auf der Straße radeln müssen. Im Seitenbereich gebe es ausreichend Platz, um dort einen Radweg anzulegen.

Die Stadt nimmt Stellung. Andreas Dobslaw, Verkehrsexperte bei in der hiesigen Polizeiinspektion, schaut sich mit der AZ die Situation vor Ort an. Grundsätzlich gelte, so der Polizist, dass das Überholen eines Radfahrers nur dann erlaubt sei, wenn ein Abstand von 1,50 Meter einzuhalten ist. „Ist diese Distanz nicht hinzubekommen, so entfaltet sich ein Überholverbot“, so Dobslaw. Im Bereich der Verkehrsinsel an der Esterholzer Straße ist das der Fall.

Die Schilderungen von Schweers belegen, überholt wird trotzdem. Deshalb seine Frage nach einem Radweg. Im erarbeiteten Radverkehrskonzept für Uelzen ist der Bau eines solchen Radweges zu finden – als „mittel- bis langfristige Maßnahme“, wie Stadtsprecherin Ute Krüger schildert. 2017 sei zunächst als kurzfristige Maßnahme entschieden worden, einen Schutzstreifen anzulegen.

Würde der Radweg gebaut, so müssten wohl Bäume dafür gefällt werden, auch Anlieger-Beiträge würden fällig, sagt Krüger. Aktuell plant der Landkreis an der Esterholzer Straße auch einen großen Berufsschul-Campus (AZ berichtete). Der Fahrzeugverkehr des Campus soll nach den Planungen in die Esterholzer Straße münden.

„Bei einer vielbefahrenen Zufahrt wären Radfahrer auf der Fahrbahn sicherer aufgehoben, weil sie dort besser gesehen werden“, so Krüger. Vor diesem Hintergrund stehe noch nicht fest, ob ein Radweg in diesem Bereich gebaut werde.

VON NORMAN REUTER

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