1. az-online.de
  2. Uelzen
  3. Stadt Uelzen

Eskalation in Uelzener Kneipenszene: Gemeinsam gegen die Polizei

Erstellt:

Von: Norman Reuter

Kommentare

Bei den Vorfällen in der Nacht zu Sonnabend versuchen Kneipengänger auch, in Streifenwagen zu steigen. Zudem wird Luft aus einem Reifen gelassen.
Bei den Vorfällen in der Nacht zu Sonnabend versuchen Kneipengänger auch, in Streifenwagen zu steigen. Zudem wird Luft aus einem Reifen gelassen. © DPA

Bei den Vorfällen am Wochenende am Uelzener Schnellenmarkt ist die Liste der festgehaltenen Taten lang: Angriff, Widerstand, Beleidigung, Landfriedensbruch, Körperverletzung, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz bis hin zum gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr.

Uelzen – Dass Polizisten im Einsatz bepöbelt und bespuckt werden, wie es jetzt am Wochenende in der Hansestadt Uelzen der Fall war, ist kein neues Phänomen. Das berichtet Polizeisprecher Kai Richter: „Das ist etwas, was wir seit mehreren Jahren feststellen.“ Und dies nicht nur bei Demonstrationen. Sei Alkohol im Spiel, sinke die Hemmschwelle.

Am Wochenende haben sich Kneipengänger am Schnellenmarkt gegen Polizisten gewandt, und zwar mehrfach. Zunächst in der Nacht zu Sonnabend gegen 3.20 Uhr bei eine Ingewahrsamnahme eines 22-Jährigen, der in Uelzen als Intensivtäter bekannt ist, und nochmals gegen 5 Uhr in der Früh. Zu dieser Zeit sei es zunächst zu Körperverletzungen zwischen Kneipengängern und Passanten gekommen, die Parteien solidarisierten sich dann gegen Polizisten, als diese einschritten.

Die Liste der gestellten Strafanzeigen für die Vorfälle am Wochenende reicht von tätlichem Angriff, Widerstand, Beleidigung, Landfriedensbruch, Körperverletzung, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz bis hin zum gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Richter schildert, dass Kneipengänger aus einem Reifen eines eingesetzten Streifenwagens Luft abgelassen haben. Auch sei der Versuch unternommen worden, sich in Polizeiautos zu setzen.

Bis zu sieben Streifenwagen waren mitunter gleichzeitig vor Ort, schildert Richter. Polizeikräfte aus Lüneburg, Bad Bodenteich, Munster, der Bundespolizei sowie Diensthunde der Polizeidirektion Lüneburg seien im Einsatz gewesen. Vorsorglich habe sich die Polizei für die Nacht zu Sonntag personalstärker aufgestellt. In der Kneipenszene sei es in dieser Nacht ruhig geblieben, einzig der 22-Jährige machte wieder von sich reden, als er einen Türsteher an der Gudesstraße ins Gesicht schlug.

Wie Richter erklärt, gelte für den gebürtigen Afghanen weiterhin, dass er sich an den Wochenenden nicht in der Kneipenszene aufhalten dürfe. Die Stadt Uelzen hat gegen ihn auch ein generelles Waffenverbot erlassen. Wie Kai Richter sagt, sei man mit der Staatsanwaltschaft in Gesprächen, damit gegen den 22-Jährigen nun auch Anklage wegen der Serie von Straftaten, die er begangen haben soll, erhoben wird. Allein in diesem Jahr ist er mehr als ein Dutzend Mal aufgefallen.

Für das kommende Wochenende kündigt Kai Richter zugleich eine größere Personalstärke der Polizei für Uelzen an, um die Kneipenszene im Blick zu haben.

Auch interessant

Kommentare