Geschlossenes Reisezentrum: Bahn schimpft auf Metronom

Erwerb von Zugtickets am Uelzener Bahnhof: Streit um Schuldfrage

Viele Kunden sind derzeit unzufrieden mit dem Service des Fahrkarten-Schalterverkaufs im DB-Store am Uelzener Bahnhof.
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Viele Kunden sind derzeit unzufrieden mit dem Service des Fahrkarten-Schalterverkaufs im DB-Store am Uelzener Bahnhof.
  • VonSandra Hackenberg
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Uelzen – Im Ärger um das geschlossene Bahn-Reisezentrum in Uelzens Bahnhof bezieht die Deutsche Bahn nun Stellung – und weist die Schuld der Metronom-Eisenbahngesellschaft zu.

Im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung des Hansenetzes/Uelzen-Göttingen ging Metronom im vergangenen Jahr als Gewinner hervor und wurde damit auch mit dem Verkauf und der Beratung von Nahverkehrstickets betraut.

„Die DB Vertrieb, die seit vielen Jahren von der Metronom als Vertriebsdienstleister mit dem Fahrkartenverkauf beauftragt war, hat sich in mehreren Gesprächsrunden um die Fortführung dieser Kooperation bemüht“, erklärt der Bahn-Pressesprecher Egbert Meyer-Lovis.

Die Metronom habe sich jedoch entschieden, den Betreiber des DB-Stores im Bahnhof, Valora, mit dem Verkauf der Fahrkarten zu beauftragen. „Damit fehlt ein wesentlicher Teil der Einnahmen und somit kann DB Vertrieb eine Verkaufsstelle wirtschaftlich nicht betreiben.“

Der Betrieb des Reisezentrums Uelzen sei also nicht durch die Bahn eingestellt, sondern von Metronom abbestellt worden. Die Bahn habe Metronom frühzeitig angeboten, Räume und Inneneinrichtung des Reisezentrums zu übernehmen. „Leider wurde auch dies ausgeschlagen.“

Dem pflichtet Uelzens SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann bei, die auch im Bahn-Aufsichtsrat sitzt: „Nachdem DB Vertrieb die nun mit dem Verkauf betrauten Valora-Mitarbeitenden kostenlos zu dem Verkauf von Fernverkehrskarten geschult hat, zeigt sich, dass ein so komplexes Thema nicht in einer Billiglösung umgesetzt werden kann.

Jetzt muss Metronom zeigen, dass sie den Verkauf in Uelzen schnell in den Griff bekommt. Jegliche Gedankenspiele, dieses System auf Celle und Lüneburg auszuweiten, müssen sofort eingestellt werden.“

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