Erweiterung auf der Kippe

Alles neu in der Veerßer Straße? Die Ausweitung der Fußgängerzone sorgt derzeit für reichlich Diskussionsstoff. (Foto: Ph. Schulze)

Von Marc Rath Uelzen. Noch vor der Sommerpause wollen Stadtverwaltung und SPD in der Ratssitzung am 21. Juni entscheidende Pflöcke für die Erweiterung der Uelzener Fußgängerzone einschlagen: Sie soll vom Alten Rathaus in die Veerßer Straße bis zur Turmstraße (ehemals Warg) verlängert werden (AZ berichtete).

Die Verwaltung schlägt nunmehr vor, ab Herbst diesen Bereich zunächst provisorisch für den Autoverkehr zu sperren und als Fußgängerbereich zu nutzen. Baumaßnahmen sollten dann erfolgen, wenn der Zuschussbescheid vorliegt. Hintergrund: Die Stadt setzt darauf, die geschätzten Umbaukosten von rund 200000 Euro zu 75 Prozent aus den europäischen Ziel-1-Mitteln finanziert zu bekommen. Am heutigen Dienstag berät der Bauausschuss das Thema, zwei Tage später der Stadtentwicklungsausschuss.

Im elektronischen Rats- und Informationssystem der Stadt findet sich jetzt auch das Abschlussprotokoll der vom Stadtrat eingesetzten Arbeitsgruppe. Dessen Ergebnis birgt einige Brisanz: Die nunmehr vorgeschlagene Variante bekam in dem Gremium von Vertretern aus Verwaltung, Fraktionen und Interessengruppen nämlich keine Mehrheit. Nur 21 der 48 Punkte gab es für die "große Lösung" in der Veerßer Straße.

Ebenso viele Punkte entfielen auf die "kleine Lösung" einer Fußgängerzone im Bereich der Fünf Propheten.

Die Grünen-Fraktionschefin Ariane Schmäschke hatte bei der Sitzung für das von ihrer Fraktion in die Diskussion gebrachte Modell Shared Space gestimmt, CDU-Vertreter Wilhelm Schulz vergab seine drei Punkte für die Beibehaltung der vorhandenen Situation. Interessant, wie sich die 21 Punkte jeweils zusammensetzen.

Sowohl der Haus- und Grund-Vertreter, wie auch die drei Mitglieder des Handelsvereins vergaben neben City-Manager Joachim Lotz ihre drei Punkte für die kleine Lösung. Der Kinder- und Jugendbeauftragte Mario Steiner, SoVD-Vertreter Jörg Bosse und die Kreis-Landfrauen-Kreisvorsitzende Bettina Kaiser splitteten ihre Punkte - je zwei für die kleine und einen für die große Lösung.

Volle drei Punkte für die große Lösung gab es dagegen außer von den drei Verwaltungsvertretern sowie SPD-Ratsherr Herwig Maaß und FDP-Fraktionschef Jörg Firus vom rot-gelben Rathaus-Bündnis nur von der Uelzener Seniorenbeauftragten Renate Barthel.

Es dürfte spannend werden - in den Ausschüssen und im Rat. In der Kommunalpolitik heißt es bereits, die SPD sondiere fieberhaft, dass am 21. Juni ihre Ratsmitglieder alle anwesend sind, denn FDP-Ratsherr Gerald Röpe hatte bereits öffentlich signalisiert, kein Befürworter einer größeren Fußgängerzone zu sein.

Ein Patt im Rat hat eine andere Bedeutung als in der Arbeitsgruppe -der Antrag wäre damit durchgefallen.

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