Fridays for Future demonstrieren in Uelzens Innenstadt

Erstmals wieder Klimaprotest in Uelzen nach Corona-Ausbruch – Kritik von Händlern

Über mehrere Stunden malten Schüler der Fridays-for-Future-Bewegung gestern Fußabdrücke in Uelzens Innenstadt auf die Straßen.
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Über mehrere Stunden malten Schüler der Fridays-for-Future-Bewegung gestern Fußabdrücke in Uelzens Innenstadt auf die Straßen.

Uelzen – Die Corona-Krise ist in aller Munde. Die Schüler von Fridays for Future wollen zusätzlich jetzt wieder den Klimawandel in den Fokus rücken und führten am Freitag vor dem alten Rathaus in Uelzens Innenstadt erstmals nach Ausbruch der Pandemie wieder eine öffentliche Protestaktion durch.

„Wir haben zwei große Krisen momentan: die Corona-Krise und die Klima-Krise“, sagt der KGS-Schüler Johannes Flügge. In enger Absprache mit der Stadtverwaltung wurde daher die Veranstaltung geplant. Einzige Auflage: den Mindestabstand von eineinhalb Metern einzuhalten. Laut Johannes Flügge versuchte man dennoch, den Abstand auf zwei bis drei Metern zu erweitern, auch das Tragen von Gesichtsmasken geschah freiwillig.

So trafen sich gestern zehn Schüler aus Stadt und Kreis Uelzen um 9 Uhr vor dem Alten Rathaus. Auf große Kundgebungen oder Straßenzüge wollte man aufgrund der Corona-Pandemie bewusst verzichten. Stattdessen malten die Jugendlichen mit Kreide bunte Fußabdrücke auf den Boden – rund 1000 Stück sollten es werden. Flügge: „Die Fußabdrücke symbolisieren die Demonstranten, die normalerweise gekommen wären, wenn es Corona nicht geben würde.“

Bedenken, die Aktion trotz der Pandemie durchzuführen habe es zwar gegeben, aber Flügge sagt: „Wir haben evaluiert und gesagt: ‘Wir wollen das trotzdem machen.’“ Das Thema Klimawandel dürfe nicht vergessen werden.

Nach Angaben der Polizei, die die Protestaktion beaufsichtigte, verhielten sich die Schüler angemessen und hielten die Absprachen mit der Stadt ein. Dabei habe es jedoch auch Kritik der ansässigen Händler gegeben, da der Bereich vor dem Rathaus während der Aktion über mehrere Stunden für den Autoverkehr gesperrt war. Die Händler hätten einen Umsatzverlust ihrer gerade erst wieder geöffneten Läden befürchtet.

Auch Johannes Flügge räumt ein, dass es Kritik gegeben habe. Dagegen wehrt er sich: „Wir sperren ja nicht die komplette Innenstadt. Wir wollen niemanden am Einkaufen hindern.“

Trotz der Kritik seien zudem weitere Aktionen in kleinem Rahmen geplant.  dab

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