Von Woche zu Woche

Erstes Säbelrasseln im Wahlkampf

Noch 128 Tage bis zur Bundestagswahl – reichlich Zeit für die Politiker, ihre Positionen an den Mann oder die Frau zu bringen, könnte man meinen. Doch der erste Blick ist trügerisch.

Norman Reuter

Sechs Wochen Sommerferien, in denen die Deutschen in den Urlaub fahren, den Alltag vergessen und nicht mit politischen Problemen „belästigt“ werden wollen, liegen noch vor dem Urnengang. 42 Tage können somit getrost abgezogen werden, bleiben noch 86 Tage oder gut zwölf Wochen für den Wahlkampf. Das hört sich schon anders an und erklärt mit Sicherheit, warum Bundespolitiker wieder stärker ihren Wahlkreis im Auge haben und die nominierten Kandidaten sich schon beharken. Ein Beispiel: das Thema Y-Trasse. Fast hat es schon etwas von der Fabel des Hasen und des Igels, wenn – wie gestern geschehen – der CDU Bundestagsabgeordnete Henning Otte (CDU) seiner sozialdemokratischen Kollegin Kirsten Lühmann vorwirft, dass eigentlich sie als Mitglied des Verkehrsausschusses die Menschen in der Region über die Alternativrouten zur Y-Trasse hätte informieren müssen. Warum, so fragt er, hat sie die Unterlagen nicht besorgt und hat es ihm überlassen, die Öffentlichkeit zu informieren?

Wie berichtet, hatte Henning Otte in der vergangenen Woche eine Presseerklärung herausgeben, in der deutlich wurde, dass die Bahn sich neue Bahnstrecken für den Güterverkehr durch den Kreis Uelzen vorstellen kann. Otte ging an die Öffentlichkeit, bevor die Landesregierung überhaupt die Pläne der Bahn vorgestellt bekommen hatte. Der Eindruck entstand, als wollte er der erste sein – statt Auszeichnung gab es aber Schelte, nicht nur von der Landesregierung, sondern auch von Kirsten Lühmann. So bleibt die Frage, wer ist Erster in 128 Tagen?

Von Norman Reuter

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