Historische Balken und moderne Röstmaschine: Umbau des Gebäudes beschert viele Kontraste

Erster Blick ins neue Alte Rathaus

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Arbeiter tragen derzeit die zweite Putzschicht an der Fassade des denkmalgeschützten Gebäudes auf.

Uelzen. Dunkelbraune Kaffeebohnen auf dem Parkettboden sind der Beweis: Die Röstmaschine im künftigen Café des Alten Rathauses funktioniert bereits. Das hat ein Probelauf ergeben.

Und auch sonst hat sich im Inneren des denkmalgeschützten Gebäudes, in das ab heute die Kreisvolkshochschule (KVHS) und danach ein Café der Lebenshilfe einzieht, viel getan. Neongelbe Wände, Lampen im Retro-Stil, moderne Zu- und Abluftrohre – und mittendrin ein Eichenbalken aus dem 14. Jahrhundert: Es sind deutliche Kontraste, die dem Betrachter beim Rundgang durch das Erdgeschoss auffallen.

In diese Aussparung im Dachfirst wird die Uhr eingesetzt.

Den optischen Sprung ins 21. Jahrhundert symbolisiert eine massive Stahlstütze, die aus statischen Gründen an einen alten Fachwerkbalken montiert wurde. „Die haben wir bewusst gesetzt, um zu zeigen: Das ist neu“, sagt Eckhardt Meier, Abteilungsleiter beim Gebäudemanagement Uelzen/Lüchow-Dannenberg. Dagegen sind die massiven Fachwerkbalken in den übrigen Räumen des Alten Rathauses allesamt Originale. „Sämtliche Querbalken des Dachstuhls sind erhalten geblieben. Das war eine Vorgabe des Denkmalschutzes“, erläutert Meier.

Baufortschritte gibt es auch in den beiden Obergeschossen. Der Aufzug, der vom Erdgeschoss bis unter das Dach führt, ist schon in Betrieb. Die EDV-Leitungen sind verlegt, ein Teil der KVHS-Akten befindet sich bereits in den Regalen. In den Büros stehen erste Tische und Stühle. Es fehlt aber noch der Schwingboden im Gymnastik-raum der ersten Etage. „Der kommt nächste Woche rein. Vorher muss der Boden absolut trocken sein“, sagt Meier.

Alt trifft Neu heißt es auch im Treppenaufgang zum ersten Stock. Inmitten einer weiß verputzten Wand wurde ein Teil des historischen Mauerwerks freigelegt. Es bietet den Besuchern spannende Einblicke in die Vergangenheit. Im Dachgeschoss fällt ein ovales Loch ins Auge: die hölzerne Aussparung für die Uhr des Alten Rathauses. Sie wird demnächst an dieser Stelle wieder eingesetzt.

Der Innenausbau des Gebäudes soll in der nächsten Woche fertig sein, verspricht Meier. Bis die Putzarbeiten an der Fassade und der gelbe Anstrich abgeschlossen sind, dauere es noch etwa vier Wochen. „Die Arbeiter tragen gerade die zweite Putzschicht an der Fassade auf“, schildert er. Insgesamt liege das Gebäudemanagement vier Wochen hinter dem Zeitplan. Der Hauptgrund: Der Vertrag mit der ursprünglich mit dem Verputzen beauftragten Firma wurde gekündigt und der Auftrag neu vergeben (AZ berichtete). Doch all die Verzögerungen werden vergessen sein, wenn die erste Tasse mit frisch geröstetem Kaffee serviert wird.

Von Bernd Schossadowski

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