Grundstückseigentümer müssen Waidmänner auf Flächen nicht mehr dulden

Erster Antrag zur Jagdruhe

+
Waidmänner dürfen auf Flächen von Eigentümern, die einer Jagd aus ethischen Gründen widersprechen, ihr Gewehr nicht mehr anlegen. Das regelt ein neues Gesetz.

Uelzen/Landkreis. Eigentümer von Grundstücken müssen künftig keine Bejagung ihrer Flächen mehr dulden. Seit wenigen Tagen ist das Gesetz zur Änderung jagdrechtlicher Vorschriften in Kraft, wonach Flächenbesitzer aus ethischen Gründen eine Bejagung ablehnen können.

Ein erster Antrag zur Jagdruhe für eine Fläche in der Region ist bereits bei der Unteren Jagdbehörde des Landkreises Uelzen eingetroffen, wie Uwe Liestmann, Erster Kreisrat, auf AZ-Nachfrage berichtet. Der Antrag werde gegenwärtig von der Behörde geprüft, im Anschluss werde entschieden, ob ihm stattzugeben ist, so Liestmann.

Das neue Gesetz zur Jagd geht auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zurück. Die Richter hatten in der bisherigen Regelung, dass Eigentümer von Grundstücken mit einer Fläche von weniger als 75 Hektarn eine Bejagung dulden müssen, einen Verstoß gegen den Paragrafen 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention gesehen. Er regelt den Schutz des Eigentums. Die Bundesregierung hatte in der Folge die Europäische Rechtsprechung durch ein Gesetz umzusetzen. Gegner der Jagd begrüßen die neue Regelung.

Die Kreisjägerschaft Uelzen will indes das neue Gesetz noch nicht bewerten. Gernot Magyar, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, sagte gestern, dass es dafür noch zu früh sei. Es sei zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig unklar, ob das Gesetz, das dem Vorstand der Kreisjägerschaft in dieser Woche von der Unteren Jagdbehörde vorgestellt wurde, Folgen habe. Magyar hält fest, dass es im Landkreis Uelzen 13 Hegegemeinschaften gebe, die zwischen 380 und 390 Jagdreviere betreuen würden. Dem gegenüber stünde momentan ein Antrag zur Jagdruhe.

Sicherlich, wenn die Zahl der Anträge steige, dadurch Gebiete großflächiger nicht mehr zu bejagen seien, könnte es Auswirkungen geben. So könnten bei Revieren, in denen es dann mehrere unbejagbare Gebiete gebe, keine Jagdpächter gefunden werden. Dann sei auch über die Tierbestände zu sprechen. Aber Spekulationen wolle er sich nicht hingeben, sagt Magyar. Es bleibe abzuwarten, wie sich die Situation in den nächsten Monaten entwickle.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare