Modellversuch unweit der Sternschule

Erste Haltezone für „Eltern-Taxis“ in Uelzen - es gibt aber schon Kritik

Für mehr Sicherheit auf dem Schulweg ist in der Siburgstraße auf Initiative von Kreissportbund, Polizei, Leitung der Sternschule und Stadt eine rund 25 Meter lange Haltezone für „Eltern-Taxis“ entstanden. Das Parken ist dort jetzt montags bis freitags jeweils von 7 bis 17 Uhr verboten.
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Für mehr Sicherheit auf dem Schulweg ist in der Siburgstraße auf Initiative von Kreissportbund, Polizei, Leitung der Sternschule und Stadt eine rund 25 Meter lange Haltezone für „Eltern-Taxis“ entstanden. Das Parken ist dort jetzt montags bis freitags jeweils von 7 bis 17 Uhr verboten.
  • Lars Becker
    VonLars Becker
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In der Hansestadt Uelzen gibt es jetzt etwa 200 Meter von der Sternschule entfernt die erste Haltezone für „Eltern-Taxis“. Der Kreissportbund und die Polizei hatten die Initiative ergriffen, dann Schule und Stadtverwaltung ins Boot geholt. Neben Lob für die Idee gibt es aber auch Kritik von Anwohnern der Siburgstraße. Sie hoffen nun, dass die „Hol- und Bringzone“ noch einmal in Details überdacht wird.

Uelzen – Es ist ein Pilotprojekt für die Hansestadt. Aber das stößt – bei allem Verständnis für die Intention von Kreissportbund, Polizei, Schulleitung und Stadtverwaltung – in der Umsetzung bei Anwohnern nicht gerade auf Gegenliebe: In der Siburgstraße ist letzte Woche durch die Betrieblichen Dienste mit zwei Parkverbotsschildern und einer Fahrbahnmarkierung unweit der Sternschule eine 25 Meter lange Haltezone für „Eltern-Taxis“ entstanden.

Hier sollen morgens wie mittags Väter oder Mütter den Nachwuchs aussteigen lassen und abholen, um die Verkehrssituation direkt vor der vielleicht 200 Meter entfernten Einfahrt zum Schulparkplatz zu entlasten.

Von montags bis freitags zehn Stunden lang „dicht“

Am Dienstag (28. September) nun haben alle Beteiligten die „Hol- und Bringzone“ offiziell vorgestellt – und mussten zur Kenntnis nehmen, dass es Protest gibt. Und zwar von Dr. Ralf und Marianne Schumacher. Ihr Haus liegt als einziges in jenem Bereich der Siburgstraße, der täglich zehn Stunden lang „Eltern-Taxis“ vorbehalten ist.

Sie sehen sich selbst sowie bisweilen gehbehinderte Patienten, die etwas bei dem Arzt abholen möchten, dadurch eingeschränkt und fürchten bei Verstößen „Knöllchen“ durch die Stadt.

„Es herrscht jetzt morgens und mittags zwar etwas Kuddelmuddel, das kann man aber tolerieren, denn auch vorher wurde bei uns schon gedreht. Die Idee an sich ist super, da stehen wir voll dahinter“, sagte Marianne Schumacher. Sie ergänzt: „Es hat aber im Vorfeld Transparenz gefehlt, was genau passieren wird.“

Andere Ankündigung als jetzt in die Tat umgesetzt

Birgit Meißner, Servicekraft für Bewegung, Sport und Spiele im Kreissportbund Uelzen, bestreitet das. Sie habe mit Silke Munstermann, der Präventionsbeauftragten der Polizei Uelzen, an jeder Tür geklingelt und überall, wo niemand anzutreffen war, ein Informationsschreiben hinterlassen. Gemeinsam hatten die Frauen die Idee und holten dann die Stadtverwaltung ins Boot.

Unweit der Sternschule ist jetzt in der Siburgstraße ganz offiziell auf 25 Metern Platz für „Eltern-Taxis“.

Haken an der Sache: In den Schreiben an Anwohner und alle Eltern der Sternschüler heißt es, dass die Haltezone „zu Schulbeginn eine Stunde lang und einen festen Zeitraum nach Schulschluss den Pkw der abholenden Eltern vorbehalten“ sein werde. Die Schilder indes besagen, dass der Bereich montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr nicht zum Parken genutzt werden darf – obwohl der Schulbetrieb deutlich eher endet.

Weiteres Problem: Nicht alle Eltern halten sich daran, die ringförmige Siburgstraße so zu befahren, wie es erbeten wurde. Sie fahren nicht vom Hagenskamp aus in die dem Klinikum näher liegende Einmündung, sondern in jene, wo die Haltezone ist. Es folgen bisweilen gefährliche Wendemanöver.

Neue Haltezone wird zum Parken „missbraucht“

Einige Väter wie Mütter parken sogar in der neuen Zone, um den Nachwuchs zu Fuß zur Schule zu begleiten. Genau das war aber nicht der Plan – und ist sogar laut Beschilderung verboten. Deshalb kündigte Frank Dreyer, Kontaktbeamter der Polizei, stärkere Präsenz an. Er hat bis zu 60 Autos gezählt, aus denen Kinder steigen. „Sie sollen wenigstens den letzten Teil ihres Schulwegs zu Fuß bewältigen“, erklären Birgit Meißner und der KSB-Vorsitzende Mario Miklis, die im Zusammenhang mit der Einführung des „Bewegungspasses“ die Initiative in Sachen „Eltern-Taxis“ ergriffen.

Bürgermeister Jürgen Markwardt betonte, dass die Siburgstraße für den Modellversuch perfekt sei und dass sich alles einspielen müsse. Nichtdestotrotz versprach er, Schilder, Markierungen und Lage der Haltezone jetzt noch einmal überprüfen zu lassen.

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