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Erst Testzentren, jetzt „E-Kioske“: Uelzener Unternehmer hat neue Idee

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Von: Theresa Brand

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Marvin Großkrüger hat einen ersten elektronisch gesteuerten Kiosk mit dem Namen „Ape Inn“ an der Hoheluftchaussee in Hamburg eröffnet.
Marvin Großkrüger hat einen ersten elektronisch gesteuerten Kiosk mit dem Namen „Ape Inn“ an der Hoheluftchaussee in Hamburg eröffnet. © Privat

Der Physiotherapeut und Unternehmer Marvin Großkrüger betreibt in der Region bereits mehrere Therapiezentren, dazu zahlreiche Corona-Teststationen. Nun probiert der Uelzener wieder etwas Neues aus.

Uelzen/Hamburg – Es fing an mit einer eigenen Praxis für Physiotherapie an der Ebstorfer Straße, dann kam die Pandemie und Marvin Großkrüger ergriff als Erster im Landkreis Uelzen die Chance, 2021 ein Testzentrum aufzubauen. Inzwischen ist er Geschäftsführer von „Fit im Norden“ und betreibt – Stand jetzt – noch sieben Teststationen in drei Landkreisen. Nun wagt der Jungunternehmer wieder etwas Neues: Er eröffnet den ersten elektronischen Kiosk in Hamburg.

„Ich habe in den letzten Jahren gemerkt, dass ich als Unternehmer mehr kann als nur Physiotherapie“, erklärt Großkrüger. Auf die Idee, elektrisch gesteuerte Kioske aufzubauen, kommt er Ende vergangenen Jahres durch seinen Freund René Schönberger aus Bamberg. Der erzählt von den Läden in München und Nürnberg – und der Unternehmer aus Uelzen wird hellhörig.

Wie bei den Corona-Testzentren zögert Großkrüger nicht lange. Er sagt: „Ich höre auf mein Bauchgefühl“. Und hier wittert er eine Chance, denn die elektrischen Kioske in den anderen Städten laufen gut. Gemeinsam mit René Schönberger entwickelt er eine eigene Marke, mit der er die neue Art des Einkaufens in den Norden bringen will: „Ape Inn“. Der erste Automatenladen mit diesem Namen hat bereits in der Hoheluftchaussee in Hamburg eröffnet, ein zweiter folgt schon in der kommenden Woche in Bamberg. Die Marke ist laut Großkrüger eine Anspielung auf das bekannte NFT-Projekt „Bored Ape Yacht Club“: „Das ist für unsere Zielgruppe cooler als ein Name wie ,Kiosk 24‘“, findet er.

Kaufen kann man in den elektronischen Kiosken Softdrinks, Süßigkeiten, Salzgebäck und Instantnudeln – nach Alterskontrolle aber auch alkoholische Getränke, E-Shishas, Hygieneartikel und Sexspielzeuge. „Wir haben viele Nischenprodukte, das finden die Leute interessant“, erzählt Großkrüger. Viele der Snacks und Getränke sind Importe aus den USA.

Doch dabei soll es nicht bleiben. „Wir haben viel Spielraum, um zu experimentieren“, erklärt der 35-Jährige. Natürlich müssen die Automatenläden erst mal anlaufen. In Hamburg will Großkrüger mit den Kiosken Erfahrungen sammeln, später dann auch in andere Städte expandieren. Noch sind die Zielgruppen junge Leute, die nachts in der Innenstadt etwas kaufen. Doch langfristig kann sich der Unternehmer vieles vorstellen: „Wir können völlig frei entscheiden, was verkauft wird. Ich kann mir gut vorstellen, auch mit regionalen Partnern in Kontakt zu treten.“ Für Kleinstädte wie Uelzen sieht er das Modell als Zukunftsvision. Gerade dort gäbe es abends nicht mehr die Möglichkeit einzukaufen. „In den nächsten drei bis fünf Jahren wird sich viel tun“, glaubt Großkrüger.

Die Leitung von „Fit im Norden“ will er behalten und auch die Corona-Testzentren laufen weiterhin. Ein unsicheres Geschäft allerdings, findet Großkrüger. Er geht davon aus, dass im kommenden Jahr viele davon geschlossen werden. Momentan aber ist die Nachfrage angesichts der steigenden Inzidenzzahlen gestiegen. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht, aber wir bereiten uns auf alles vor“, sagt er. Man stehe zudem mit dem Landkreis in Kontakt: „Wenn eine neue Teststation gebraucht wird, können wir innerhalb von zwei Tagen öffnen.“

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