Marktcenter-Anbindung: SPD-Stadtratsfraktion legt sich auf grobe Marschrichtung fest

Erst grüner Weg, dann der Kreisel

Diese Variante könnte sich die Mehrheit der SPD-Fraktion als Lösung für eine Marktcenter-Anbindung gut vorstellen – allerdings mit dem Kreisverkehr in Richtung Westen (auf der Skizze Richtung links oben) versetzt, damit darunter Raum für einen durchgehenden Fußweg am Amtsgericht vorbei entsteht. Plan: Stadt Uelzen

Uelzen. Die Mitglieder der SPD-Fraktion im Uelzener Stadtrat haben ihre Hausaufgaben gemacht, die sie sich vor drei Wochen in Sachen Marktcenter-Anbindung selber gestellt hatten:

Die Mehrheit der Sozialdemokraten sprach sich am Dienstagabend für eine Kreisellösung vor der Sparkasse als erste Wahl aus – allerdings nur, wenn diese finanzierbar ist. Und weil die vom Marktcenter-Investor zur Verfügung gestellten 170 000 Euro hierfür nicht reichen werden, soll zunächst der Fußweg hinter dem Kreishaus entlang der Ilmenau so gestaltet werden, dass er eine attraktive Verbindung zwischen Marktcenter und Herzogenplatz beziehungsweise Innenstadt darstellt. Einen Beschluss haben die SPD-Mitglieder dazu allerdings noch nicht gefasst, um noch für weitere Anregungen aus den anderen politischen Gruppierungen des Stadtrates ansprechbar zu bleiben.

Diese Variante könnte sich die Mehrheit der SPD-Fraktion als Lösung für eine Marktcenter-Anbindung gut vorstellen – allerdings mit dem Kreisverkehr in Richtung Westen (auf der Skizze Richtung links oben) versetzt, damit darunter Raum für einen durchgehenden Fußweg am Amtsgericht vorbei entsteht. Plan: Stadt Uelzen

„Mit dem vorhandenen Geld ist ein Kreisverkehr nicht zu machen“, stellte Wilhelm Spangenberg klar. „ich wäre deshalb erst einmal für eine Gestaltung des Weges an der Ilmenau.“ Wilfried Teichmann stimmte zu: „Dieser ,grüne Weg’ an der Ilmenau ist gerade mal 250 Meter lang, vom Häuschen der Tiertafel bis zum Zebrastreifen am Rathaus. Da lässt sich mit 170 000 Euro auf jeden Fall eine Sache schaffen, die zusammen mit den Europa-Pfählen eine Augenweide wäre.“ Wie berichtet, hatte der Uelzener Künstler Georg Lipinsky in der vorangegangenen SPD-Fraktionssitzung bunte Stelen in den Farben der europäischen Länder als Gestaltungselement für eine Marktcenter-Anbindung vorgeschlagen.

Klaus Knust allerdings gab zu bedenken, dass Menschen, die zum Einkaufen nach Uelzen kommen, „ein Stadterlebnis“ erwarten. „Die wollen nicht erst auf einem Naturwanderweg laufen.“

Auch Herwig Maaß gibt einer Straßenlösung den Vorrang: „Das ist da entlang der Ilmenau ein schöner Spazierweg, aber das hat nichts mit Einkaufen zu tun.“ Er sprach sich daher klar für die abgewandelte Kreisverkehr-Variante aus (siehe Skizze rechts), die er selbst entwickelt hatte. Grundsätzlich wichtig sei ihm bei einer Anbindung des neuen Marktcenters an die Innenstadt eine Sichtverbindung zu St. Mariens Kirchturm.

Kai Hewelt brachte das Argument ins Spiel, dass man konsequent eine Kreisverkehr-Lösung verfolgen sollte. Baue man erst einen Fußgängerweg, „dann ist später wieder kein Geld für etwas anderes da...“, befürchtete er.

Die grobe Marschrichtung stand am Ende fest: Ein Kreisverkehr müsse her, weil er für den Verkehr die beste Lösung sei – aber erst, wenn genügend Geld zur Verfügung steht. Bis also Nägel mit Köpfen gemacht werden können, soll nach SPD-Meinung zunächst der Ilmenau-Weg aufgehübscht werden. „Wir haben eine Zielvision“, fasste Fraktionsvorsitzender Ralf Munstermann schließlich zusammen, „mit der Priorität Fußgänger.“ Er will nun die Stadtverwaltung darum bitten, die Kreisverkehr-Variante mit einer Verschiebung des Kreisels zu planen und Kosten dafür zu ermitteln.

Von Ines Bräutigam

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare