Unbekannte hatten Uhu vor drei Monaten aus seinem Gehege gescheucht, nun ist er tot

Uhu „Uhli“: Erst entführt, jetzt gestorben

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Im Uelzener Wildgehege herrscht derzeit Trauerstimmung, denn Uhu „Uhli“ ist unerwartet verstorben. Zuletzt hatte der Vogel ganz normal gefressen und auch wieder an Gewicht zugelegt.

Uelzen. Sein Schnabelklappern kannte fast jeder Uelzener, doch nun ist seine Partnerin „Uhuline“ alleine im Gehege. Uhu „Uhli“ ist am Donnerstag plötzlich und unerwartet verstorben.

Die Mitarbeiter im Uelzener Wildgatter hatten ihn am Mittwoch noch gefüttert, dann ging alles ganz schnell.

„Ein Mitarbeiter der Stadt hat zufällig gesehen, dass der Uhu ‘komisch’ am Zaun saß und hat uns informiert“, berichtet Stadtförster Thomas Göllner. „Doch als wir nachgesehen haben, lag er bereits tot im Gehege.“ Dass es „Uhli“ schlecht geht, habe man nicht kommen sehen. „Er hat ganz normal gefressen und sah auch ganz normal aus.“

Vor drei Monaten hatten Unbekannte die Tür seines Geheges aufgebrochen und den Vogel nach draußen gescheucht. Wochenlang war „Uhli“ verschwunden. Als der Stadtförster die Hoffnung schon fast aufgegeben hatte, den Uhu lebend zu finden, kam der ersehnte Anruf: Entkräftet saß „Uhli“ im Garten einer Familie in Bruchtorf. Könnte der Stress in diesen Wochen die Ursache für „Uhlis“ plötzlichen Tod gewesen sein? „Das zu sagen wäre spekulativ“, sagt Göllner, doch die körperliche Schwächung könne natürlich ein Grund sein. Seit seiner Rückkehr habe der Uhu normal gefressen und auch wieder an Gewicht zugelegt. „Vielleicht haben ihn auch Parasiten befallen, das ist von außen schwer zu erkennen.“ Altersschwäche kann laut dem Stadtförster als Todesursache ausgeschlossen werden: „Er war erst acht Jahre alt. Uhus können noch älter werden.“ Göllner hat sich aber dazu entschlossen, den Kadaver nicht weiter untersuchen zu lassen, er wird nun in die Tierkörperbeseitigung gebracht.

Doch wie verkraftet seine Schwester „Uhuline“ den Verlust ihres Partners? „Ich habe den Eindruck, dass sie ein wenig unruhig ist und öfter im Gehege umher fliegt als sonst“, berichtet Göllner. Aber generell seien Uhus Einzeltiere, die sich in der freien Natur nur in der Brutzeit zusammenschließen.

Über „Uhlis“ Verlust ist man im Wildgehege traurig. Auf Dauer wolle man aber einen neuen Partner für „Uhuline“ finden. „Wir fragen in den kommenden Monaten bei anderen Wildgehegen an, ob sie einen männlichen Uhu abzugeben haben“, kündigt Göllner an, denn das gleiche Geschlecht wie „Uhuline“ dürfe der neue Vogel nicht haben. „Dann beobachten wir, ob sie sich aneinander gewöhnen.“

Von Sandra Hackenberg

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