AZ-Wetterexperte gibt Sommerprognose / Bauern kämpfen zurzeit mit Trockenheit

Erst Dürre, dann Dauernass?

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Hitze und Trockenheit machen derzeit den Landwirten in der Region zu schaffen. Auf dem Acker von Andreas Meyer (Foto) in Steddorf sind große Teile der Wintergerste komplett vertrocknet.

nre/eye Uelzen/Landkreis. Es ist eine für Norddeutschland historische Hitzewelle im Frühjahr: Mehr als 30 Grad werden in diesen Tagen erreicht – Temperaturen, die die Menschen ins Freibad locken, mit denen aber besonders auch Ältere zu kämpfen haben.

AZ-Wetterexperte Reinhard Zakrzewski sagt: Es bleibt vorerst sommerlich. Eine böse Überraschung hält er jedoch parat: Geht es nach den Statistiken, wird der eigentliche Sommer kühl und nass.

Ursache für den traumhaft sonnigen Mai ist laut Wetterexperten die großräumige Luftdruckverteilung im atlantisch-europäischen Raum, die schon seit Wochen eine große Erhaltungsneigung zeigt. Immer wieder könne sich im Seegebiet südlich von Grönland ein großes Tiefdruckgebiet etablieren. Auf seiner Ostseite werde ein Hochdruckrücken gestützt, der überwiegend in Richtung Nordeuropa weise. Von ihm lösen sich einzelne Hochdruckzellen ab, die über Skandinavien nach Osten wandern und Norddeutschland bis zu den Mittelgebirgen den anhaltenden Frühsommer bringen.

Die zunehmende Stabilität von Zirkulationsmustern zu allen Jahreszeiten führen Klimaforscher zumindest teilweise auf die Klimaerwärmung zurück. Durch die überproportionale Erwärmung der polaren gegenüber den tropischen Breiten schwächen sich die atlantischen Westwinde tendenziell ab und begünstigen damit die Bildung stationärer Großwetterlagen.

Bei Höchstwerten von 25 bis örtlich 30 Grad werden Sommer, Sonne, Badespaß und Dürre auch in der kommenden Woche das Motto sein, ist sich Zakrzewski sicher. Die gewöhnlich zwischen dem 10. und 20. Juni auftretende Schafskälte dürfte eher harmlos ausfallen. Folgt man den Klimatrends des amerikanischen Wetterdienstes NOOA, werden sich Hitze und Trockenheit, vor allem in Norddeutschland, sogar bis in den Juli hinziehen.

Wer Prognosen anzweifelt, muss sich bis zum Siebenschläferzeitraum vom 27. Juni bis etwa 10. Juli gedulden. Der Wettercharakter dieser zwei Wochen ist in acht von zehn Jahren schon ein gutes Abbild des Hochsommers. Erfahrungen lehren aber auch: Nach viel zu warmen April- und Maimonaten im Doppelpack – wie diesmal – schlägt das Pendel im Sommer meistens zurück. Bestes Beispiel dafür ist das Jahr 1993, als auf einen superwarmen April und Mai ein kühler Regensommer folgte.

Die derzeitige Hitze nun bleibt für die Landwirtschaft nicht folgenlos und bereitet den Bauern Kopfzerbrechen: „Die Beregnungen laufen durch“, berichtet Andreas Meyer aus Steddorf. Dennoch sind auf einem seiner Felder Teile der angebauten Wintergerste komplett vertrocknet.

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