Uelzener Initiative zum Erhalt des Schlosses Holdenstedt läuft mit Fragen ins Leere

„Erschreckend unsubstanziell“

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Die Initiative Kultur Uelzen setzt sich dafür ein, dass das Schloss als Kulturstätte erhalten bleibt. Auch weil völlig unklar sei, ob der Umzug des Heimatmuseums die Stadt nicht teuer zu stehen kommt.

nre Uelzen-Holdenstedt. Mitglieder der „Initiative Kultur Uelzen“ (IKU), die den Verkauf des Schlosses Holdenstedt verhindern wollen (AZ berichtete), zeigen sich nach einem Gespräch mit dem Ersten Stadtrat Jürgen Markwardt und Vertretern des Gebäudemanagements betroffen.

In Erfahrung hatten sie unter anderem bringen wollen, warum aus Sicht der Politik eine Veräußerung notwendig erscheint und welche Kosten mit einem Umzug des derzeit im Schloss untergebrachten Heimatmuseums in ein neues Domizil verbunden wären. Doch weder belastbare Zahlen zur Sanierung des Baus oder zu seiner Unterhaltung, die einen Verkauf rechtfertigen würden, noch Angaben zu den Kosten eines Umzugs seien bei dem Gespräch genannt worden, resümiert Karin Thamm-Hoffheinz. „Es war erschreckend unsubstanziell“, so das Mitglied der Initiative.

Allein deutlich geworden sei, dass der Politik daran liege, mit einem Verkauf zu sparen. Noch sei es aber gar nicht ausgemacht, ob dieses Ziel überhaupt erreicht werden könne. „Es wurde bis jetzt nicht ermittelt, ob der Umzug des Museums beispielsweise in eine Schule die Stadt nicht teurer zu stehen kommt“, sagt Thamm-Hoffheinz. Abgesehen von der Kostenfrage, habe die Politik bei ihrer Entscheidung nie den ideelen Wert des Schlosses – auch als Kulturstätte – berücksichtigt.

Was Thamm-Hoffheinz und ihre Mitstreiter noch umtreibt, ist, dass aus der Politik bislang niemand den Kontakt zur Initiative gesucht habe. Das Gespräch mit Markwardt und dem Gebäudemanagement sei von der Initiative ausgegangen.

Die Stadt kündigte gestern auf AZ-Anfrage an, sich mit den Anregungen der IKU beschäftigen zu wollen, falls der Verwaltungsausschuss am kommenden Montag einer Fristverlängerung für den Verkauf nicht zustimmt. Zu dem bis Ende September geplanten Verkauf des Schlosses war es nicht gekommen. Nun entscheidet die Politik über eine Fristverlängerung von mindestens weiteren sechs Monaten.

Von Norman Reuter

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