Erlaubter Schabernack

Polizei Uelzen mahnt zu Halloween: „Der Spaß hat da ein Ende, wo das Recht anfängt“

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Eierwerfen ist ein beliebter Halloween-Streich. Geht dabei beispielsweise eine Scheibe kaputt, haftet der Verursacher. 

Uelzen. Ausgehöhlte Kürbisse mit Kerzen, verkleidete Kinder fragen nach Süßem oder Saurem, werden dafür mit Süßigkeiten belohnt. So macht Halloween vielen Spaß.

Weniger witzig finden die meisten es, wenn ihr Auto mit Toilettenpapier eingewickelt wurde oder zerplatze Eier an den Haustüren kleben.

„Ab hier gibt es zwar eine Grauzone“, erklärt Polizist Kai Richter und fügt hinzu: „Der Spaß hört da auf, wo das Recht anfängt.“ Wer beispielsweise Gewalt verherrliche oder jugendgefährdende Darstellungen in der Öffentlichkeit zeige, für den sei Halloween definitiv vorbei.

Die Polizei appelliert an Kinder und Jugendliche, ihre gruseligen Scherze nicht zu übertreiben – ein juristisches Nachspiel könne ein bitterböses und mitunter kostspieliges Erwachen werden. „Das Bewerfen von Hauswänden mit Eiern, das Beschmieren von Autos ist Sachbeschädigung, ebenso wie das Herausreißen von Pflanzen“, erklärt Richter von der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen. Werde gar ein Gullydeckel rausgehoben, sei dies ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr.

„Sollte man jemanden beobachten oder dabei ertappen, dass er einen Kratzer an einem Auto hinterläßt – wenn er beispielsweise das Fahrzeug mit Toilettenpapier einwickelt – am besten gleich Name und Anschrift notieren“, rät Christiane Benecke von der VGH Hamann in Uelzen. Private Haftpflichtversicherungen greifen aber nur, solange die Aufsichtspflicht der Eltern nicht verletzt worden sei, sagte die Versicherungsexpertin. „Der beste Platz für Autos oder andere Dinge, die einem lieb sind, ist an Halloween eine Garage“, rät Benecke.

In der Halloween-Nacht wird die Polizei im ganzen Landkreis vermehrt Streife fahren, um so übertriebenem Gespenstertreiben deutliche Grenzen zu setzen, erklärt Richter. Sein Kollege Joachim Schneider arbeitet bei der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Er erklärt, dass jeder, der bei einem strafrechtlich relevanten Streich „nur“ dabei war, wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung belangt werden könne und ebenfalls mit mindestens einer Geldstrafe rechnen müsse. Darüber hinaus seien die Kosten für den entstandenen Schaden zu übernehmen.

Der Polizei-Pressesprecher Richter räumt zwar ein, dass Hexen und Monster unter 14 Jahren nicht strafrechtlich belangt werden könnten, dennoch gelte hier die Devise: Eltern haften für ihre Kinder.

Eltern beziehungsweise Erziehungsberechtigte sollten daher nicht nur beim Verkleiden und Schminken der Vampire, Mumien und Gespenster helfen, die Quälgeister sollten auch über die Konsequenzen von missglückten oder übertriebenen Scherzen Bescheid wissen.

Von Robin Vogt

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