Geschichtswerkstatt bringt Gedenktafel für KZ-Häftlinge im Bahnhof an

Erinnerung in Bronze

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Klas Tilly (links) hat die Gedenktafel entworfen. Gemeinsam mit Renate Meyer-Wandtke und Dietrich Banse von der Geschichtswerkstatt Uelzen zeigte er den Guss schon einmal der AZ.

Uelzen. „Mehr als 500 Häftlinge des Außenlagers Uelzen – KZ Neuengamme wurden zwischen März und April 1945 zu Aufräumarbeiten gezwungen“, steht auf der Bronzetafel – sie soll an die Häftlinge und an die Existenz des Außenlagers Uelzen erinnern.

Der Künstler Klas Tilly hat sie im Auftrag der Geschichtswerkstatt Uelzen entworfen.

Der Bronzeguss soll am Sonnabend, 18. April, – genau 70 Jahre nach dem Einmarsch britischer Truppen in Uelzen – im Innenbereich des Bahnhofs Uelzen angebracht und im Rahmen einer Feier enthüllt werden. „Das ist ganz speziell ein Uelzener Gedenktag. Uelzen steht im Fokus“, erklärt Renate Meyer-Wandtke von der Geschichtswerkstatt.

Die Zwangsarbeiter hätten, so Dietrich Banse, der ebenfalls Mitglied in der Geschichtswerkstatt ist, „unter unwürdigen Bedingungen und mit unzureichender Verpflegung“ arbeiten müssen. Viele von ihnen überlebten den Zweiten Weltkrieg nicht. Angefordert worden seien die Häftlinge aus Neuengamme, um Schäden am Eisenbahnknotenpunkt Uelzen zu beseitigen, erklärt Meyer-Wandtke. Während die Stadt Uelzen von den britischen Truppen befreit wurde, wurden die Häftlinge zurück in das Stammlager Neuengamme transportiert.

Viele der Männer aus Polen, den Niederlanden, Frankreich, Belgien, der Sowjetunion und auch aus Deutschland wären befreit worden, wenn sie nicht in letzter Minute weggebracht worden wären, ist sich Banse sicher.

Das Anliegen der Geschichtswerkstatt sei es, an die Häftlinge zu erinnern und Aufklärungsarbeit zu leisten, „damit so etwas nicht wieder passiert“, so Meyer-Wandtke. Und – zitiert sie den Holocaust-Überlebenden Simon Wiesenthal – „moralische Verpflichtungen verjähren niemals.“ Zu der Gedenkveranstaltung wurden auch Nachkommen von Häftlingen eingeladen. Sie sollen, wünscht sich Banse, die Wertschätzung ihrer Väter erfahren.

Die Geschichtswerkstatt, die die Gedenktafel privat finanziert hat, würde sich über Spenden freuen. Am 18. April wird auch eine Neuauflage der Dokumentation „Das Außenlager Uelzen des KZ Neuengamme“ von Dietrich Banse erscheinen. Ein Teil des Erlöses komme ebenfalls der Gedenktafel zugute, sagte Banse.

Von Sophie Borm

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