Von Woche zu Woche

Mut zu Entscheidungen

„An irgendeinem Punkt muss man den Sprung ins Ungewisse wagen. Erstens, weil selbst die richtige Entscheidung falsch ist, wenn sie zu spät erfolgt. Zweitens, weil es in den meisten Fällen so etwas wie eine Gewissheit gar nicht gibt.“

Diese Worte Lee Iacoccas, eines ehemaligen US-amerikanischer Managers in der Automobilindustrie, der als einer der erfolgreichsten Geschäftsführer der Vereinigten Staaten gilt, möchte man dieser Tage vielen Uelzener Verantwortlichen ans Herz legen. Denn es ist die Zeit gekommen, in der wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen. Einige davon sind längst überfällig, manche wurden verpasst.

Zum Beispiel die über die Zukunft der Stadthalle. Mit der Ankündigung des Pächters, zum Jahresende aufzuhören, ist nun die Stadt am Zug. Was tun mit einem Gebäude, das zwar auch als Leerstand laufende Kosten verschlingt, das aber im jetzigen Zustand wohl niemand übernehmen wird? Sieht man sich die halbherzigen Modernisierungsversuche und das Sanierungsstückwerk im Gebäude an, hätte eine Entscheidung über eine Schließung wohl schon viel eher getroffen werden müssen – anstatt noch knapp 400 000 Euro für Brandschutz in einem Gebäude zu versenken, bei dem jetzt sowieso der Schlüssel umgedreht wird.

Mit der Entscheidung des Pächters wurde den Verantwortlichen in Verwaltung und Politik selbige abgenommen. Und sie werden jetzt die Konsequenzen aus ihrem lange währenden Nichtentscheiden tragen müssen.

Ähnlich liegen die Dinge beim Schloss Holdenstedt. Binnen weniger Monate, nämlich bis Ende September, soll dafür ein Käufer gefunden sein. Sollte das aber nicht gelingen, will die Stadt das Schloss doch sanieren. – Eine echte Entscheidung sieht anders aus.

Es ist zu hoffen, dass Verwaltung und Politik bei anderen Themen, die in Kürze unweigerlich bevorstehen, eine klarere Linie fahren. Denn auch bei der Zukunft der kleineren städtischen Grundschulen werden Entscheidung getroffen werden müssen, und das sehr bald. Natürlich liegt es auf der Hand, dass nicht jeder mit diesen Entscheidungen glücklich sein wird.

Die Mitglieder des Schulausschusses der Samtgemeinde Aue haben all dies Für und Wider abgewogen und sich am Donnerstagabend mit großer Mehrheit dazu durchgerungen, dem Rat die Schließung der Grundschule Lüder zu empfehlen. Sie dürften seitdem ein bisschen ruhiger schlafen können. Denn eine Entscheidung getroffen zu haben, mit der Entschlossenheit, alle Konsequenzen daraus zu tragen, das fühlt sich gut an und macht stark.

Von Ines Bräutigam

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